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„Wundertüte“ Grenze / „Miracle bag“ border - Weltreise mit Ede und Sten
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„Wundertüte“ Grenze / „Miracle bag“ border

12.05.2015 Kasachstan / Qazyghurt / N41°43’20.7“ E069°24’44.6“

 

Mein Magen weiß es als Erster. Heute ist wieder einmal „Grenztag“. Kurze Nacht. Schnelles Aufstehen. Liebevolles Frühstück und eine labende Dusche bei der Oma. Sie packt uns Proviant für den Tag zusammen und steckt ihn mir zu. Eine schöne Idee. Hält sich mein Hunger heute Morgen doch sehr in Grenzen. Doch irgendwann heute werde ich mich freuen, über die mit Ei panierten Brote.

Wir sind ein wenig konfus. Wohin sollen wir fahren? Bis gestern Abend stand für uns fest, dass sich, unserer Karte folgend, die Grenze im Norden Tashkents befindet. Nur zwanzig Kilometer hinter der Stadt ist sie in der Karte eingezeichnet und auch eine Straße führt dort hin und von da weg. Doch wie sich die Dinge so ergeben, hörten wir gestern Abend beim „Stammtisch der Deutschen Wirtschaft“, dass dieser Übergang nur für Fußgänger, nicht für Fahrzeuge, und für Ausländer gleich gar nicht, erlaubt sein. Was heißt das nun? Es ist keine weiteres Grenzsymbol auf unserer Karte zu finden… Es wird spekuliert und darüber gesprochen, wie es vor fünf Jahren einmal war. Dass es einen Übergang sechzig Kilometer in südwestlicher Richtung gab. Doch ob der für Ausländer geöffnet ist, bleibt unklar. Dariusch gibt sein Bestes und telefoniert und recherchiert für uns und versichert uns heute Morgen, dass es wohl dieser Übergang sei, den wir nehmen können. OK. Wir probieren es. Unser Visum für Usbekistan läuft heute aus und so hoffen wir, dass sich des Rätsels Lösung irgendwann am heutigen Tag finden lässt. Dem Leo noch gut zureden, dass er uns bitte bis zur Grenze fährt und los geht es. Dichter Verkehr, in den Straßen Tashkents, begrüßt uns. Die Art Auto zu fahren ist auch in Usbekistan eine sehr spezielle. Doch heute geht alles drunter und drüber. Eine neue Brücke und Straße wurden eröffnet, sind aber bisher nur teilweise befahrbar. Was dazu führt, dass zum einen die gewohnten Strecken nicht mehr gefahren werden können, die neuen aber eben auch noch nicht. Es hupt und schreit und quietscht um uns herum. Manche steigen aus und geraten in Streit miteinander. Ampeln versuchen mit ihrem roten und grünen Licht ein wenig Struktur zu geben. Doch das interessiert hier niemanden. In all dem Durcheinander stehen Polizisten und wedeln wild mit ihren Stäben. In deren Haut möchte ich gerade so gar nicht stecken. Wie dem auch sei. Irgendwann haben wir uns durchgewurstelt und verlassen die Stadt. Nach sechzig Kilometern kommen wir in die Nähe dessen, von dem es heißt, dass hier die Grenze sei. Kein Schild, kein Hinweis. Die Leute die wir fragen, zeigen wahlweise nach rechts oder links. Wir orientieren uns an den Himmelsrichtungen und stehen tatsächlich nach irren und wirren plötzlich vor einer Schranke, die so aussieht, als sei sie der Eingang zur Grenze. Wir freuen uns, heute sogar auf einiger maßen befahrbaren Wegen hier her gekommen zu sein. War die „Straße“ doch bei all den letzten Grenzen jeweils eine reine Katastrophe. Wir merken, dass wir in dieser Hinsicht inzwischen mit fast allem rechnen und sind erfreut, wenn es einmal NUR die Orientierung ist, die fehlt.

Passkontrolle die Erste. Weiter zum großen Eisentor. Dort gibt uns der Posten zu verstehen, dass wir zurück fahren müssen. An das imaginäre Ende einer Schlange von Trucks. Gut. Zurück fahren und warten. Man hatte uns schon vorgewarnt, dass es mitunter auch passiert, dass die Grenze wegen Quarantäne oder anderer Unwegbarkeiten spontan geschlossen wird. Unser Freund aus Deutschland fand am Wochenende die passenden Sätze dazu am Telefon: „Man lernt hier zu warten. Dabei weiß man nur nicht wie lange und worauf.“ Doch noch ist es Vormittag und wir sind zuversichtlich, dass sich vor Einbruch der Dunkelheit irgendetwas zuckt. Denn die Arbeitszeit bemisst sich hier am Tageslicht. Die Grenze schließt, wenn das Tageslicht schwindet, steht angeschrieben. Irgendwann starten die Motoren und es kommt Bewegung in die Schlange der LKWs. Sten als Fahrer wird an einen anderen Schalter verwiesen als ich. So stehe ich in der Schlange der fußläufigen Passagiere und wabere mit den Wogen der vielen Frauen, Männer und Kinder mit, die bepackt mit großen Säcken, Taschen, Kisten und Kartons für ordentlich Leben sorgen. Die Trucker Fahrer sind mit Sten in einer anderen Schlange und ich hier der vollkommene Exot.

Lange schaut der Kontrolleur in meinen Pass. Hin und her blätternd und mit seinem Computer kommunizierend. Ich wünsche mir, dass ich endlich das Klicken seines Stempels höre, um gehen zu können. Doch er lässt sich Zeit. Langsam presst er ihn dann in den Pass hinein und reicht ihn mir ohne eine Regung im Gesicht durch den Schlitz in der Scheibe. Ich bin also ausgereist. Doch was ist mit Sten? Er steht und ist noch keinen Schritt weiter. Später reist quasi erst der Leo aus, bevor sich auch Sten in die Schlange der Passagiere stellen darf, um dort seinen Ausreisestempel zu bekommen. Hätte man auch einfach haben können, indem man uns zusammen gelassen hätte. Doch darum geht es hier nun wirklich zu allerletzt. Wofür sich niemand interessiert, sind unsere täglichen Aufenthaltsnachweise in Usbekistan. Das scheint Tagesform abhängig zu sein, worauf er Fokus gerade gelegt wird. Wir wissen es nie im Voraus und können dann einfach nur reagieren, wenn es soweit ist. Genau so ergeht es uns an der kasachischen Grenze. Die Grenzer wollen von uns eine Versicherungspolice sehen, die wir nicht haben. Von Deutschland aus ist so etwas für Kasachstan nicht machbar. Also haben wir sie nicht. Zwei Stunden lang diskutieren wir mit Händen und Füßen, dass wir keine professionellen Fahrer sind, sondern Privatreisende. Dass der Leo zwar groß, jedoch am Ende nur ein Wohnmobil ist. Dass sie uns doch einfach sagen sollen, was es kostet, eine Police abzuschließen. Und, und, und. Wir treten auf der Stelle und drehen uns im Kreis. Immer neue Männer kommen hinzu und gehen dann wieder, um andere kommen zu lassen. Wir begreifen nicht, was eigentlich das Problem ist. Denn am Ende schicken sie uns einfach in ein Häuschen hinter der kasachischen Grenze. Dort schließen wir die Police ab und gehen zurück. Zwei Stunden Aufregung für nichts. Ein Visum für Kasachstan haben wir nicht. Nächste Baustelle. Es gibt für Deutsche eine einjährige Sonderregelung, die besagt, dass man für zwei Wochen jederzeit ohne Visum ein- und ausreisen kann. Ich stehe wieder in dem Pulk der Landgänger und lasse mich mit allen zusammen hin und her schieben. Es ist ein wenig wie auf dem Viehmarkt. Ab und an werden ein paar von uns in die nächste Bucht vorgelassen. Als ich an der Reihe bin, kennt der Beamte entweder die Regelung nicht, versteht mich nicht, oder hat einfach keine Lust. Immer wieder fragt er nach meinem Visum, welches ich nun mal nicht habe und schickt mich dann entnervt zum nächsten Schalter. Dort spielt sich das gleiche Szenario ab und ich werde an den dritten und letztmöglichen Schalter verwiesen. Meine Rettung. Der Beamte versteht ein wenig Englisch und nickt, als ich von der Sonderregelung spreche. Uff. Ich bekomme meinen Einreisestempel und die Emigration Card. Fein. Nun kann ich für fünfzehn Tage in Kasachstan bleiben. Sten noch nicht. Er ist noch immer mit den Leuten beschäftigt, die sich um die Papiere vom Leo „kümmern“. Warum er keinen Einreisestempel hat, wollen die Herren später wissen. Na ganz einfach. Weil sie ihn bis zu diesem Schalter noch gar nicht haben gehen lassen. Wirklich kurios. Zum Glück kann sich der Mann am Stempelschalter noch erinnern und es gibt keine weiteren Fragen, sondern einfach eine Einreise-Genehmigung in seinen Pass. Sind wir jetzt durch? Wir schauen uns an und wissen es nicht. Nein, sind wir nicht. Jetzt wird der Leo untersucht. Jede, wirklich jede Kiste muss Sten aufmachen und auspacken. Alle Fächer werden genauestens inspiziert und durchsucht. Und weil das nicht reicht und der Grenzer auf Grund unserer Route durch die Türkei, Iran, Turkmenistan… skeptisch bleibt, wird der Leo komplett geröntgt. Zum Glück haben sie die Anlage gleich hier vor Ort, und wir müssen nicht, wie in Ashgabat, kilometerweit im Konvoi fahren, um zu einer solchen Station zu kommen. Um zehn Uhr heute Morgen waren wir an der Grenze. Nun ist es kurz vor Fünf, als sich das Tor öffnet und wir nach Kasachstan fahren. Sieben Stunden, die es echt in sich hatten. Zur Befriedung finden wir, in dem sich vor uns ausbreitenden weiten Land, so unendlich schöne grüne Wiesen und wilde Getreidefelder. Wir lassen uns in ihnen fallen und müssen lauthals lachen, über diese „Wundertüte“ Grenze.

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