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Visafrei / without visa - Weltreise mit Ede und Sten
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Visafrei / without visa

23.03.2015 Iran / Mashhad / N36°17’39.2“ E059°34’36.8“

Der Tag möchte uns gefallen und strahlt von seiner ersten Minute an Licht und Wärme aus. Frühstück unter freiem Himmel mit Vogelkonzert im Hintergrund und Lachfalten im Vordergrund. Wir sind verabredet. Unsere kleine Dreiergruppe nimmt wieder Aufstellung vor dem turkmenischen Konsulat. Doch außer dem wachhabenden Soldaten, der uns inzwischen gut kennt, nimmt niemand Notiz von uns. Es ist einfach keiner da. Alle Türen und Fenster und die noch so kleine Luke sind fest verschlossen. Feiertag eben! Wir gönnen es allen, freie Tage zu haben, doch was wird aus unserem Visum? Wir haben uns inzwischen angewöhnt nicht gleich zu gehen, wenn wir nichts verrichten können, denn mitunter geschieht ja vielleicht noch etwas?! Und tatsächlich erscheint nach einer halben Stunde unser Mann vom Konsulat aus heiterem Himmel, um im nächsten Moment im Gebäude zu verschwinden. Erneute Stille. Die Zeit zieht Fäden. Irgendwann erscheint unser Mann am großen Eisentor um uns mitzuteilen dass für uns kein Visum eingetroffen ist. Wir haben keine Ahnung, welche Wege ein solches Visum gehen muss. Auf jeden Fall scheinen die Pfade steil und schwierig zu sein. Denn seit 8 Tagen halten wir uns nun für den Empfang bereit. Ich bin für einen Augenblick niedergeschlagen. Nicht, weil ich hier unbedingt weg möchte. Es ist mehr dieses Gefühl des haltlosen Schwebens. Wie geht es weiter, was kommt dann, wann kommt was? Eigentlich wissen wir das zu keinem Zeitpunkt unseres Lebens. Doch wir sind uns dessen sonst nicht so bewusst. Wir bilden uns ein, die Dinge in den Händen zu halten. Auch wenn es der pure Schein ist. Ich rede kurz mit mir selbst. Mache mir bewusst, wie gut es uns geht. Wir sind mit netten Menschen zusammen, erleben schöne Momente, haben einen guten Platz für unserem Leo, das Wetter ist toll und unser verlängertes Visum für Iran geht noch bis zum 28. März. Also alles gut. Kein Grund zur Unruhe. Mit diesem Gedanken im Kopf springe ich ins Auto von Dr. Ali und wir düsen ab in Richtung Trubel. Die Stadt ist voll gestopft mit Menschen die zum heiligen Schrein oder einkaufen gehen wollen. Wir ziehen unsere Schlängellinie durch die Massen. Schauen bei der Verwandtschaft im Basar vorbei kaufen Safran ein, da Mashhad einer der besten Plätze dafür ist. Dr. Ali hat die Idee, dass es doch gut wäre, wenn wir einen Stempel mit unserer Blogadresse hätten. Wir mögen den Gedanken und finden sogar einen Shop der heute geöffnet hat. Denn eigentlich haben alle Büros bis zum 05.01.1394 (oder eben bis zum 25.3.2015) geschlossen. Ein Patientenbesuch ist der letzte Akt auf unserem Weg. Die frische Narbe nach einer Blinddarm OP will versorgt werden.

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Und schon gibt es das nächste „Hallo“. Halleh ist aus Jena gekommen, um ihre Familie in Mashhad zu besuchen. Ihr Mann Hassan (der Sohn von Dr. Ali) studiert und arbeitet in Jena im Klinikum und wir treffen Halleh nun hier in Mashhad. Wie eigenwillig wieder einmal die Wege sind, die sich das Leben selbst sucht. Willkommen heißen und Abschied nehmen liegen heute nah beieinander. Denn Dr. Ali fliegt mit seiner Frau für eine Urlaubswoche nach Dubai. Wir genießen die letzten Stunden miteinander und spüren doch, dass sich Wehmut breit macht. So tauschen wir immer wieder Worte und Gesten der Herzlichkeit aus und haben das Gefühl, Abschied von einem guten Freund zu nehmen. Ein Lächeln kann ich mir nicht verkneifen, als das Packen der Sachen für die Reise ganz in Ruhe eine Stunde vor Abfahrt des Taxis beginnt. Und wenn ich ‚Ruhe’ sage, meine ich es so. Selbst Zeit zum Musik machen gönnt sich Dr. Ali dabei. Dann verschwinden die zwei Abreisenden aus unserem Sichtfeld. Wir bleiben zurück mit dem festen Empfinden die beiden irgendwann wieder zu treffen. Es hallt eine Menge an gemeinsam Erlebtem, an Gesagtem, Gehörten und Empfundenen nach. Und ich bin mir einmal mehr sicher, dass es genau diese Begegnungen sind, die für mich den Reiz unserer Reise ausmachen. Die ihr den Wert geben und mein Leben für immer bereichern. Patethische Worte sind an dieser Stelle absolut wohl platziert und gut aufgehoben. Den Abschied versüßen wir uns in der Nacht noch ein wenig gemeinsam mit Halleh, die glücklich ist, wieder einmal in ihrer geliebten Heimat zu sein. Zusammen mit ihr entdecken wir Lieblingsorte und freuen uns, dass sie uns eintauchen lässt in ihre Welt der Erinnerungen.

 

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