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Sonntagskino / Sunday cinema - Weltreise mit Ede und Sten
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Sonntagskino / Sunday cinema

13.09.2015 Leshan / China / N29°33’56.0“ E103°46’15.5“

Die Straßen sind verstopft. Kein vor und zurück. Nichts geht mehr. Dazwischen ein Motorroller. Voll beladen mit Paketen, die jedes statische Gesetz aus den Angeln heben. Plötzlich, ein kleiner Ruck und alles liegt am Boden. Hat die Physik doch Recht behalten? Oder war es einfach das nächste Fahrzeug, was den Motorroller zum Kippen gebracht hat? Der kleine Mann müht sich seine Pakete irgendwie wieder aufzurichten. Wie das gehen soll ist mir ein Rätsel. Hilfe gibt es keine für ihn. Auch nicht von dem Mann, der in seinem Auto direkt hinter ihm wartet. An einer Ampelkreuzung stehen zwei Frauen. Sie schreien sich an. Ihre Gesichter sind aufgeplustert wie die zweier Kampfhähne. Ich schließe die Augen, um sie sofort aufs Neue zu öffnen, für den Mann am Straßenrand. Auf Knien hockt er da. Berührt mit seiner Stirn den Boden und richtet sich gleich darauf für den nächsten Schritt auf, um augenblicklich erneut auf den Boden zu fallen, mit Händen und Knien abgestützt. Einen voll beladenen Karren zieht er hinter sich her. Vollkommen in sich versunken setzt er seinen Gang fort. Wo kommt er her? Wo will er hin? Warum ist er hier? Ich habe von heiligen Bergen gehört, welche die Menschen auf diese Weise umrunden. Doch eine zehn Millionen Stadt auf diese Art zu durchqueren ist für mich eine neue Dimension. Nächster Blick, nächste Szene. Orange leuchtet die Jacke des Mannes, der, still vor sich hin schauend, einen selbstgebauten Besen schiebend, die Straße kehrt. Platz gibt es wenig für ihn, so ganz an den Rand der Straße gedrängt. Nur wenige weichen ihm aus. Er muss sehen wo er bleibt mit seinem Schmutz, der nicht seiner ist. Sekunden, Augenblicke, Szenen. Pausenlos, wohin ich meinen Kopf auch wende. Wohin in meinem Kopf damit? So viel, viel, viel. Ein Kaleidoskop der Kleinkünstler. Eingebettet in die Szenerie des Großstadttrubels. Wir lassen die Millionen Chengdus hinter uns und rollen weiter.

Nächste Stadt, nächster Stopp, nächste Szene. Chinesische Opern singen sie auf einem Fleckchen Grün. Fünf lustige alte Leute. Die Musik ist ihr Elixier, und unseres scheinbar auch. Blitzschnell haben wir ihr Mikrofon in der Hand um zu singen. Wir geben was wir können, im Stil der chinesischen Oper. Kaum habe ich mich um meine eigene Achse gedreht, den Kreiseln gleich, sehe ich sie tanzen. Durch den Mann mit der Peitsche. Immer wieder, immer wieder knallt es laut. Die Kreisel lieben es und drehen sich um sich selbst. Vorwärts Kommen beim um sich selbst drehen. Kaum drei Schritte weiter ein kleiner Chor. Frauen sitzen in Reihe, aufmerksam mit ihren Augen den Text verfolgend. Ihre Münder bewegen sich wie von allein. Kraftvoll klingt es und kämpferisch, was sie da singen. Manche von ihnen lächelt mich an, andere Blicke sind ernst und fragend. Sie beobachten mich. Ich beobachte sie. Ein lustiges Spiel der Wechselseitigkeit. Beim Tanzen hält es mich nicht mehr am Rand. Ich bewege mich zur Musik, die laut plärrend einen Rhythmus vorgibt. Was ist das was wir erleben? Eine Puppenkiste, aus der wir pausenlos neue Spielsachen kramen? Alles kann sich bewegen, alles macht Geräusche, alles ist bunt. Bin ich eine der Puppen oder das vor der Kiste stehende Kind? Ich wechsele die Seiten ab und an und bin doch still staunende Beobachterin. Es scheint nichts zu geben, was es in China nicht gibt. Die volle Palette an Menschentypen und Charakteren, von bitterernst und wütend bis freundlich lächelnd und heiter. Für mich gibt es nicht DEN typischen Chinesen. Zu viele Verschiedene sind mir inzwischen begegnet. Lärm mögen sie alle und schupsendes Geschiebe auch. Blinkende Farben finden sie schön und quietschende Stimmen aus Lautsprechern haben sie gern. Doch in ihren Wesen ist alles vertreten. Es ist nicht DIE Art Menschen, um sie über einen Kamm zu scheren. Trotz allem Gruppengehabe ist da immer wieder auch ein Haufen Individualität. So langsam sehe ich mich ein in die Welt der Vielen hier, beginne sie in den Details zu mögen. Sonntagskino eben. Nur den „Aus-Knopf“ vermisse ich manchmal.

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