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Seerosenbecken / Basin full water lilies - Weltreise mit Ede und Sten
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Seerosenbecken / Basin full water lilies

23.05.2015 Qaskeleng Mountain / Kasachstan / N43°09’40.1“ E076°36’46.6“

 

Die Stadt ist erwacht und hat all ihre Geräusche mitgebracht. Kinder rufen, Autos hupen, Leute streiten, andere haben Spaß, der Müllkipper leert die Container. Wir drehen uns im Bett noch einmal um. Ist ja Wochenende… Leo steht geduldig am Straßenrand. Damit ihn die Langeweile nicht packt, haben wir ihn mitten im Zentrum Almatys geparkt. Er kann also schauen und gönnt uns die Ruhe. Unser Tag ist frei. Keine Verabredung. Einzig der Versuch unser Päckchen bei DHL zu bekommen steht an.

Das Telefon klingelt. Sten springt auf und geht ran. „Ja, na das klingt doch toll! Machen wir gern. Ok, in fünfzehn Minuten.“ Was ist in fünfzehn Minuten? Frage ich mich und schaue Sten an. Gestern Abend beim Parken vom Leo hatte ihn ein Mann angesprochen, erzählt er mir jetzt. Sie machten ein paar Fotos vom Leo, gemeinsam mit Leo und noch einmal vom Leo. Am Abend war dann Zeit für Roman, unsere Webseite mit den Kochfilmen anzusehen. Und so kam ihm und seiner Frau Irina die spontane Idee uns in ihr Sommerhaus einzuladen, um unter freiem Himmel ihre Outdoor Variante vom „Plov“ zu kochen. In fünfzehn Minuten würden sie uns abholen, um gemeinsam zum Basar zu fahren, die Zutaten einzukaufen. Das ist es also, was wir in fünfzehn Minuten tun werden. Alles geht nun ganz schnell. Fix zu Ende träumen, aufstehen, waschen, anziehen. Noch leicht benebelt und nicht wirklich wach sitzen wir eine Viertel Stunde später im Land Cruiser von Roman und Irina. Ihre dreijährige Tochter Agatha schaut ein wenig skeptisch um die Ecke. Sie sitzt angeschnallt in ihrem Kindersitz. Zu Hause für uns vollkommen normal, sehen wir es hier zum ersten Mal. ‚Die Kindersitzindustrie findet hier ein noch nicht gehobenes Marktpotential.’ So würde ich es nennen. An unserem ersten Stopp leuchtet alles Gelb. In einem neu gebauten, sehr ansehnlichen Gebäude finden wir die DHL Zentrale. Ohne Schwierigkeiten öffnet sich die Tür automatisch und auch am Schalter ist sofort ein Mann, von Kopf bis Fuß gelb/rot gekleidet, der fragt, was er für uns tun kann. Wir sind sprachlos über so viel Freundlichkeit und glauben kaum, dass wir so vollkommen ohne Schwierigkeiten eintreten konnten. Wir merken, wie wir unbewusst inzwischen immer damit rechnen, dass irgendetwas schwieriger wird, anders zu lösen ist oder erst einmal gar nicht. Als ich dem Herrn in Gelb/Rot unsere Referenznummer nenne und er gleich darauf bestätigend nickt, steigt Freude in mir auf. Am Montag in Deutschland abgeschickt ist offensichtlich heute, am Samstag, unser Umschlag mit den Pässen in Almaty abholbereit. In Deutschland habe ich schon andere Erfahrungen gemacht. Doch hier ziehe ich echt den Hut vor DHL! Die Zustellung hat reibungslos geklappt. Nun schon zum zweiten Mal. Im Januar ließen wir Pässe mit Visa nach Istanbul senden. Diese waren pünktlicher als erhofft da und auch heute übertrifft die Lieferzeit all unsere still geäußerten Bitten. Mit dem neuen Visum bleibt uns nun genügend Zeit, um auf das Getriebe zu warten. Ohne, dass wir alle zwei Wochen ein- und wieder ausreisen müssen. Das steht uns am kommenden Dienstag erst einmal bevor. Wir wollen nach Kirgistan fliegen, um später mit unseren neuen Visa wieder ins Land zu kommen. Leo bleibt so lange in Almaty. Auch das ist erst mal nur der Gedanke. Wie es wirklich wird, wissen wir, wenn es geklappt hat.

Freudig komme ich mit den Pässen in der Hand aus dem Gebäude. Die Sonne lacht und der Tag verspricht schön zu werden. Der Turbo des Motors heult auf und unsere muntere Fahrt durch die trubelige Samstagsstadt geht weiter. Eine Straße ist gesperrt für den Wochenendbasar. Rechts und Links und in der Mitte der Straße Stände über Stände. Stände mit Entenfleisch, Stände mit Lammfleisch, Stände mit Fett oder allem zusammen. Wir sind auf dem Fleischbasar von Almaty. Die Bauern der Umgebung verkaufen hier über das gesamte Wochenende hinweg ihre Ware. Vom Fleischbasar geht’s weiter zum Gemüse und später zum Reisbasar. Aus allen Ländern stehen dort volle Säcke. Vietnamesischer Reis, Pakistanischer Reis, gelber, weißer, rundkörniger, länglicher, größerer, kleinerer Reis. Jede Art hat ihr Spezifikum und ist für andere Speisen geeignet. Wir nehmen drei Kilo vom gelben länglichen pakistanischen Reis. Er ist fest und bleibt beim Kochen körnig. Sten hat die Beine des Schafs zwischen seinen eigenen und versucht Platz für so viel Bein zu haben. Freiheit den Beinen. Beinfreiheit. Trotz der vielen Beine fahren wir gemeinsam in das kleine Örtchen Qaskeleng, dreißig Kilometer hinter Almaty in den Bergen gelegen. In einer Art Wochenendsiedlung versuchen wir trotz niedriger Gasleitungen, locker hängender Stromkabeln und schief stehender Metallzäune auf irgendeine Weise mit dem Leo durchzukommen. Außer der Blinker Schale hat nichts weiter Schaden davon getragen. Nach der Aufregung das Vergnügen. Feuer im Freien anheizen, Fleisch und Gemüse schneiden, Speck ausbraten, rühren, warten, kosten. Das ist unser Nachmittag. Von zwei Uhr bis Acht sind wir damit beschäftigt, unseren Appetit auf den leckeren „Plov“ im Zaume zu halten. Keine leichte Angelegenheit, bei dem super anziehenden Duft, der dem großen Gußtopf entweicht. Wir sind sechs Personen. Kochen tun wir mindestens für Zwanzig. Das ist Romans Maßeinheit. Für weniger kennt er die Mengenangaben nicht. Drei Kilo Fleisch, drei Kilo Reis, drei Kilo Möhren, zwei Kilo Zwiebel. Ein Liter Öl, sechs Liter Wasser. So brauchen wir Kraft, um die achtzehn Kilo am Ende vom Feuer zu bewegen. Dazu und zwischendurch ein Bier aus der ortsansässigen Brauerei. In großen anderthalb Liter Plastikflaschen haben wir das Bier gekauft. Jedes Mal beim Kochen lerne ich einen kleinen neuen Zaubertrick. So auch heute. Hier setzt man eine komplette Zwiebel in das Öl, in dem später das Essen gegart wird. Ist die Zwiebel braun frittiert, entnimmt man sie dem Öl und wirft sie weg. Die Schadstoffe des Öls sollen sich nun in der Zwiebel gesammelt haben. Voll gestopft mit dem mehr als gehaltvollen und überaus delikaten „Plov“, doch glücklich über beide Ohren, rollen wir am Abend pausbackig in die Banja. Auf meinen Wunsch hin ist sie nur auf 100 Grad hochgeheizt. Zwei Saunagänge zum Akklimatisieren. Beim dritten Gang geht’s dann zur Sache. Roman bereitet Schüsseln und Becher mit Wasser und Duftstoffen vor. Ganz wohl ist mir nicht, als ich mich, mit dem Filzhut auf dem Kopf, auf die Saunabank lege. Steckt mir meine letzte Erfahrung in Karelien doch noch deutlich im Kopf. Kochend heiß war die Sauna und das dampfende Birkenreisig krachte nur so auf mich nieder. Heute ist es sehr angenehm und absolut zum Wohlfühlen. Der Schwall kalten Wassers über dem ganzen Körper am Ende der Prozedur IN der Sauna ist ne echte Überraschung und eine vollkommen neue Erfahrung für mich. Satt und warm liegen wir später im Bett und können es wieder einmal nicht fassen. Am Morgen wussten wir überhaupt noch nicht was der Tag uns bringen wird. Wir haben uns treiben lassen von den Zufällen und Ereignissen und sind so mit Roman, Irina und Agatha zusammen getroffen. Heute Morgen waren es völlig Fremde für uns. Nun sind es liebe Bekannte. Nicht einmal „durchschwommen“ haben wir die Zeit. Schon das klingt nach zu viel Gegenenergie. Vielmehr ist es ein Treiben lassen in den Stromschnellen, Strudeln und ein zufälliges Anlanden in kleinen sonnigen Seerosenbecken.

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