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Schulanfänger / School beginner - Weltreise mit Ede und Sten
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Schulanfänger / School beginner

11.09.2015 Guanghan / China / N30°59’12.9“ E104°15’01.9“

Ich fühle mich wie ein Schulanfänger. Als habe ich meinen neuen Ranzen auf dem Rücken, laufe freudig jeden Morgen aufs Neue los, um heute zu verstehen, was die Lehrerin mir erklären will. Mit offenen Ohren und großen Augen sitze ich später in meiner Bank. Anfangs zuversichtlich und wissbegierig, später am Tag zunehmend erschöpfter. In den Gedanken versunken, ob für mich je zu verstehen ist, was da gesprochen und gezeigt wird? Was ist es nur, was uns beide eher wie Brummkreisel drehen lässt, als dass wir das Gefühl bekämen, hier anzukommen. Doch vielleicht muss man nicht in jedem Land „ankommen“? Vielleicht war es bisher so und ist nun einfach mal anders? Ich denke, es ist ein Unterschied, ob wir nah an einer Familie und deren Leben dran sind, oder ob es mehr um das Sehen und Erleben von außen geht. Wir hatten unglaubliches Glück, dass es uns in vielen Ländern gelang, so direkt den Alltag von Menschen miterleben zu dürfen, die wir kennen lernten. Vielleicht macht uns die ununterbrochene Geräuschkulisse auch mehr zu schaffen als wir glauben? Unser Leben auf der Straße. Einen Platz an einem stillen Ort zu finden ist bisher nicht möglich gewesen. Denn alles, wirklich alles ist zugebaut. Es gibt keine kleinen Wege, die wir entlang fahren könnten, um an einem kuscheligen Platz für die Nacht anzukommen. Wir sind schon froh, wenn wir fünf Meter NEBEN einer stark befahrenen Straße (andere gibt es nicht) einen Platz finden und nicht DIREKT am Straßenrand stehen. „Ohropax“ sollte eine „special edition“ für die nächtliche Geräuschkulisse Chinas herausbringen. Laufe ich durch eine der Städte und komme mit den Leuten in direkten Kontakt, dann sind sie fröhlich und lustig und ich fühle mich wohl. Dann macht es Spaß ihnen zuzuschauen, wie sie in ihren kleinen Garküchen stehen um zu köcheln, dann ist es schön zu sehen, wie sie ihr buntes Obst im Schein einer Glühbirne anpreisen. Die Konstruktionen rund um das Licht sind gewagt und ich erfreue ich daran zu sehen, was sie sich einfallen lassen, damit irgendetwas irgendwie funktionieren kann.

Eineinhalb MILLARDEN Menschen brauchen täglich etwas zu essen, zum Schlafen, wollen Geld verdienen, um zu leben. Diese Zahl schwirrt mir pausenlos durch den Kopf und macht mir bewusst, wie hart es ist, sich zu behaupten, wenn recht und links immer drei andere stehen, die auch wahr genommen werden wollen. Als die „Italiener Asiens“ werden die Chinesen auch bezeichnet. Nicht nur, weil ursprünglich die Nudeln von hier stammen, sondern weil die Lautstärke und das Temperament ein ähnliches sein sollen. Mittags, bei unserer Rast an der Straße bin ich tatsächlich überrascht, wie lautstark die Chefin des kleinen Kneipchens uns irgendetwas zuruft, von dem wir nichts verstehen. Vielleicht denkt sie, dass wir ihr Chinesisch besser verstehen, wenn sie es lauter ausspricht? Doch Andi hilft uns aus der Patsche und ist sprachlich an unserer Seite. Dreieinhalb- bis Fünf-Tausend Schriftzeichen muss man beherrschen, um einigermaßen lesen zu können. Dabei gibt es insgesamt mehr als vierzigtausend Schriftzeichen. Eine Meisterleistung des Gehirns, die alle auswendig zu können, finde ich. Andi erzählt uns, dass seine Schulzeit fast ausschließlich darin bestand, Schriftzeichen zu lernen. An anderer Stelle höre ich, dass genau das mitunter das Problem der Chinesen ist. Durch das permanente Auswendiglernen geht ihnen ein Teil ihrer Kreativität verloren. Offensichtlich ein vollkommen anderer Schulansatz als der, der in Deutschland inzwischen verfolgt wird. Doch bei der Komplexität der chinesischen Schrift vielleicht nicht anders machbar. So entwickelt eben jedes Volk seine eigenen Stärken. Denke ich an Italien, denke ich an das vorzügliche Essen dort. Eine weitere Parallele, die ich zwischen beiden Ländern sehe. Die Vielfalt der Speisen ist hier unglaublich und lässt uns auch heute erneut auf Entdeckungstour gehen. Suppen und Fisch und vortrefflich gewürztes Gemüse sind heute unsere Wahl. Ein paar Lieblingsspeisen kristallisieren sich langsam heraus, doch wir stürzen uns immer wieder in das Wagnis des uns Unbekannten. Zur Zeit scheinen Reis und Mais geerntet zu werden. So viele Maiskolben, wie überall zum Trocknen ausgelegt werden, so viele Reisernte Maschinen, die auf kleinen Transportern zu den Feldern gebracht werden. Die kleinen Flickenteppiche aus unterschiedlichen Grünschattierungen werden dann von den zwei mal drei Meter großen Maschinen durchgeackert, die oft im nassen Boden stecken bleiben. Ist ja auch echt ne feuchte Angelegenheit der Reisanbau und dessen Ernte. Um den Reis zu trocknen nimmt man schon gern mal die große Hauptverkehrsstraße. Warum ist sie so eben, warum hat sie auch mehrere Spuren? Da sollte eine doch unkompliziert zum Trocknen des Reises abgezweigt werden können… China, du bist ein echter Spaßvogel. Schaue ich auf die vielen kleinen Details, habe ich Freude und kann mich an den Kuriositäten erfreuen. Das hilft mir und tut gut. Vielleicht rutsche ich auf diese Weise nicht mehr so unruhig auf meiner Schulbank hin und her, sondern verliebe mich einfach in den Mikrokosmos vor meinen Augen.

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