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Melancholie / Melancholy - Weltreise mit Ede und Sten
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Melancholie / Melancholy

29.07.2015 Dund Us / Mongolia / N48°07’39.0“ E091°22’44.9“

 

Stille. Absolute Stille. So still, dass ich die Nebelwassertropfen in den Wolken zu hören meine. Nichts regt sich. Keine Kuh blökt, kein Motor heult, keine Kinder rennen umher. Ich bekomme eine Ahnung davon wie es ist, wenn hier der Winter das Sagen übernimmt. Tilek meint, dann geht es nur ums Heizen. Die Eindimensionalitäten nehmen zu, wenn die Kälte kommt. In diesen Tagen, Wochen, Monaten ist allein der Weg zur Toilette eine lang reifende Überlegung. Heute leuchtet mir ein, weshalb Geselligkeit in diesen Breiten so groß geschrieben wird. Das Zusammensitzen wärmt nicht nur Arme und Beine, nein, auch die Seelen tauen dabei ab. Doch heute ist der 29. Juli. Heute ist Sommer. Und er will uns lediglich einen kleinen Eindruck davon vermitteln, wie es sich hier lebt, wenn er, der Sommer, geht. Wir laufen durch den Ort und meinen, kaum jemanden zu sehen. Alle sind drinnen, alle sitzen beim Tee. Die Landschaft, die das Bild bestimmt, hat eine grau-braune Jacke übergezogen. Frisch sieht das nicht aus. Eher traurig. Heute bin ich dankbar für die pinken und hellgrünen Dächer. Heute verstehe ich sie und erkenne einen Sinn darin.

Götz, unser Freund aus Jena, hat sich angekündigt. Wir wollen ihn am Flugplatz in unsere Arme schließen. Doch wie es zu einem solchem Tag passender kaum geht, hat sich die Fluggesellschaft etwas ganz Besonderes einfallen lassen und hält ihn in Moskau für zweiundzwanzig Stunden in einem Transithotel fest. Da die Fluggäste ohne Visum im Land sind, wollten sie ja eigentlich nur Umsteigen in Moskau, werden sie hinter verschlossenen Türen, ohne Klinken, am Herausgehen gehindert. Wir fahren trotzdem nach Khovd. Nun nicht um Götz zu empfangen, sondern um auf irgendeine Weise eine neue Flugverbindung für ihn auf den Weg zu bringen. Da ist es nicht damit getan, bei der Airline in Ulaan Bataar anzurufen, die Sachlage zu erklären und um Umbuchung zu bitten. Nein, Tilek telefoniert sich die Finger halb wund, bevor er an annähernd hilfreiche Informationen gelangt. Dann haben wir es eilig, um eine Banküberweisung ins Rollen zu bringen, woraufhin angeblich irgendwo, irgendjemand etwas tut. Doch das geht nicht einfach online. Nein. Wir gehen eiligen Schrittes zu Bank, da sie in acht Minuten schließen wird. Dort erfahren wir, dass ich nur bar bezahlen kann. Geld wechseln geht nicht in der Bank, einen Automaten haben sie nicht in der Bank. Also wieder raus, um einen zu finden. Es klappt und ich komme mit Geld zurück. Nun schnell Formulare ausfüllen und das Geld durch den Schlitz reichen. Dafür erhalte ich ein dünnes Blättchen Papier. Mein Beleg zur Zahlung. Fotografiert mailen wir den Beleg zur Fluggesellschaft. Uff, geschafft. Nun dort anrufen, um alles Weitere klar zu machen. Doch da werden wir auch schon wieder ausgebremst. Denn nicht nur die Bank schließt pünktlich um fünf Uhr. Nein, auch die Telefonhotline des Ticketbüros. So richtig „hot“ will sie mir nicht erscheinen. Uns bleibt nur auf morgen zu hoffen. Doch juchuu, es gibt ein Erfolgserlebnis an ganz anderer Stelle! Tilek ist überglücklich. Wir haben ihm zu zwei neuen Frontzähnen verholfen. Beim Ringen hat er vor Jahren seine Eigenen verloren und die Kunststoffalternative liegt irgendwo am Grund des Sees. Das Schwimmtraining fordert seine ganz eigenen Opfer. Nun kann er wieder lachen. Mit ganz viel Weiß im Gesicht. Mit so viel Strahlkraft versehen, schlendern wir zum Basar, um Fett für Leo und nen neuen Fahrradschlauch zu kaufen. Das China nicht weit ist, ihr hier so was von zu spüren. Fast fühlen wir uns als wären wir schon dort. Die chinesischen Absatzmärkte sind klar. Rund um ihr eigenes Land herum findet sich fast ausschließlich Ware „Made in China“. Aus dem Container heraus wird verkauft. Praktisch und einfach. Ein Tag, matschbraun wie das Wasser eines ausgespülten Kinderpinsels, weiß, wie die neuen Zähne, bunt, wie der Kunststoff aus China. Da will der Himmel am Abend doch noch zeigen, dass auch er mehr kann als Grau. Fast übertreibt er es in seiner Farbwahl. Doch ein zu viel des Guten kann wunderbar sein.

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