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Kontrolle / Control - Weltreise mit Ede und Sten
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Kontrolle / Control

01.09.2015 Erenhot / China / N43°39’11.9“ E111°58’50.3“

„Das Gemüse kann nicht eingeführt werden. Und die Äpfel ebenso wenig. Alle Messer aus dem Besteckkasten müssen hier bleiben und ihr Fahrzeug bekommt keinen chinesischen TÜV. Es ist nicht fahrtauglich.“ Sätze, die andere Leute an der Grenze zu hören bekamen. Doch wir bleiben davon verschont. Wir haben gnädige Grenzer, die nicht so genau hinschauen. So dürfen unsere Zwiebeln mit uns nach China einreisen. Und unsere Wurst können wir auch in Zukunft schneiden. Die erste Etappe nehmen wir quasi geräuschlos und ohne erhöhten Puls. Der ist auch sonst heute mehr als ruhig. Denn alles was heute gefragt ist, ist Geduld. Im hektisch schnellen China hat heute die Zeitlupe das Sagen. Unsere Prüfung ist es, zu warten. Warten auf einen Mann von der Bahn. Da eines der Motorräder aus unserer Gruppe im Zug transportiert werden muss. L. hatte in der Mongolei einen Sturz und kuriert ihre gebrochenen Rippen aus. Selbst fahren ist da nicht die beste Therapie. Nach Stunden die Antwort. „Das Motorrad ist zu schwer. Es kann nicht mit dem Zug transportiert werden.“ Was nun? Wir breiten erst einmal unsere Decken auf dem Bahnhofsvorplatz aus und gehen in eine kleine Sitzblockade. Ein Anblick, der die Chinesen reihenweise irritiert. Wie um kostbare Museumsstücke laufen sie um uns herum. Hände auf dem Rücken verschränkt, Schultern etwas nach vorn gekippt, der Kopf leicht geneigt. Und schauen. Und schauen. Wir bestehen auch diese Prüfung und freuen uns am Nachmittag über die Nachricht, dass ein Truck gefunden wurde, auf dem das Motorrad transportiert werden kann. Hey, ne Lösung ist gefunden für eine der Prüfungsaufgaben. Doch die nächste folgt sogleich. Wir brauchen für unsere Fahrzeuge neue Nummernschilder und für uns Fahrer eignen chinesische Führerscheine. Die Frage nach dem „Warum“ erübrigt sich. Wir sind in China, da ist das so. „Werden uns Fragen gestellt? Müssen wir irgendwo lang fahren zum Test? Was wollen die sehen, was wissen?“ Wir haben keine Ahnung und warten weiter ab. Geschichten gibt es viele, die über die Führerschein- und TÜV-Prozedur an der chinesischen Grenze erzählt werden. Wild sind sie und kompliziert. Unsere ist kurz, knapp und mit Happy End. Wir fahren mit Leo, dem niederländischen VW Bus und den vier Motorrädern quer durch die Stadt. Ohne gültige Führerscheine wohlgemerkt. Dass das die Chinesen überhaupt zulassen, wundert mich doch sehr… Vertraut man da etwa auf die Fahrkünste der Leute, die über 25.000 Kilometer bis hierher gekommen sind? Kaum zu glauben.
Wir kommen zum Halten vor einem offiziell aussehenden Gebäude und machen das, was wir schon den ganzen Tag lang tun, warten. Als Lohn erscheint im hellen Lichte eine Dame in Uniform und High Heels auf der Treppe des Gebäudes. In den Händen hält sie Tafeln mit Nummern darauf. „Oh, sie sieht streng aus. Was wir wohl tun müssen, um an die Nummern in ihren Händen heran zu kommen?“ schießt es durch meinen Kopf. Nicht viel. Nur die Fahrzeugnummern zum Vergleich zeigen und schon weht die rote Fahne der bestandenen Führerscheinprüfung und des gültigen TÜVs über uns. Jedes Fahrzeug erhält sein, in Folie eingeschweißtes, Nummernschild und als Sahnehäubchen gibt es den Führerschein gleich mit dazu. Keine Fragen, keine Tests. Kein gar nichts. Am Ende geht es hier wahrscheinlich um nichts anderes als die Registrierung im chinesischen System. Wir, die gläsernen Ausländer. Nicht das wir uns unbemerkt unter die 1,3 Milliarden Chinesen schmuggeln und verschwinden. Sind ja schon so Viele hier.
„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Den Satz kennen sie hier gut. Nur lassen sie den ersten Teilsatz in ihrem Denken gleich vollkommen weg. Kontrolle ist alles.
Den Angstschweiß von der bestanden Prüfung können wir uns beruhigt von den Händen streichen. Genießen wir zur Belohnung ein leckeres chinesisches Bier und kosten uns weiter durch die kulinarischen Köstlichkeiten des Landes. Das mit dem Kochen, das können die Chinesen wirklich gut. Das mit der Kontrolle auch. Doch darauf stehe ich nicht ganz so sehr.
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