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04.12.2015 Khanom / Thailand / N09°08’09.6“ E099°52’38.2“

Die zwei Frauen stehen vor dem Geisterhäuschen. Sie beten, stellen frisches Wasser hinein, entzünden Räucherstäbchen. Sie tun es, wie an jedem Tag, um die Geister gut zu versorgen und sie somit milde zu stimmen. Am Straßenrand, vor jedem Gebäude, stehen sie, die Geisterhäuser. Um die Geister, die von der Straße aus kommen, im kleinen Geisterhaus zu empfangen, so dass sie nicht den Wunsch verspüren, in die Wohnhäuser zu kommen. Und diejenigen, die zum Haus gehören fürsorglich zu pflegen. Nun sind wir am Meer. Da ist alles anders herum. An der Straße steht nur ein kleines Geisterhäuschen. Das Entscheidende findet sich an der Seite zum Meer. Die Wassergeister sind es wohl, die es zu besänftigen gilt. Überall auf dem Dschungel Grundstück hier am Meer finden sich bittende und hoffende Gesten. Mal sind es gelbe Bänder, um die Bäume gewickelt, dann wieder Buddha Statuen. Aufgestellt nach einem ganz speziellen System. Es geht nicht um Ästhetik. Es geht um den Schutz und die Zeichen der positiven Energie, die ich überall bemerke. Und meine sie zu spüren.

„Golf von Thailand“. Das klingt nach seichten Wellen, in Sonnenlicht getaucht. Kann sein. Doch nicht immer. Jetzt ist hier Regenzeit. Was bedeutet, dass sich Stunden herrlichsten Sonnenscheins und Vogelgezwitscher mit Starkregenzeiten voll aufgebrachter Wellen und sich im Wind biegenden tropischen Urwaldgewächsen abwechseln.

Als wir Anfang Oktober Laos von China aus betraten, erlebten wir in diesen Tagen dort das Ende der Regenzeit. Unsere gesamte Zeit in Laos, Kambodscha und dem nördlichen Teil der Bucht des Golfes von Thailand herrschte Trockenzeit. Wir scheinen also der Regenzeit hinterher gefahren zu sein und haben sie nun im südlichen Zipfel Thailands wieder eingeholt. Die Urgewalten des Wetters sind ein Moment unserer Reise, der uns am stärksten deutlich macht, wie wenig wir selbst an Entscheidung und Steuerung in Händen halten. Und wie stark wir von dem abhängen, was unser Planet uns von innen und außen vorgibt.

War es der tagelang währende Buran-Sturm in Kasachstan, waren es die Sandstürme in Iran und Kasachstan, die plötzlichen Schneeeinbrüche in Iran, die lange Hitzeperiode verbunden mit atemberaubenden Gewittern in ganz Südostasien, oder eben nun erneut die Regenzeit im Süden von Thailand. Unsere Erde ist so unglaublich vielseitig, was ihre Wettergelüste angeht. So dass ich glaube, um uns kleine Menschenwesen geht es da zu allerletzt. Wir machen durch unser Tun manches noch viel dramatischer als es sein müsste, mit unserem unbedingten Verpesten der Wasser und Lüfte. Mit unserem Abgeholze riesiger Flächen an Regenwald. Der hier der Kautschukproduktion zum Opfer fällt. Doch wenn die Erde einmal meint alles, wirklich alles durch die Gegend zu schleudern, dann macht sie es einfach. Ohne Vorwarnung, ohne zu fragen. Dann stehen wir Menschen einfach fassungslos da und werden uns des Ausmaßes unserer tatsächlichen OhnMacht bewusst.

Die Tragödie des Tsunamis vom Dezember 2004 gehört, neben vielen anderen Ländern, in Thailand zum Schicksal des Landes. Als wären wir nicht wirklich in Thailand gewesen, hätten wir nicht Überlebende dieses Infernos getroffen, sitzt uns ein Paar aus Deutschland gegenüber und erzählt uns von seinen unfassbaren Erlebnissen dieses 26. Dezember 2004 und der darauf folgenden Tage. Wie sie damals Urlaub machten in Thailand. Was für ein wunderschöner Morgen es war. Wie die Frau von einer unbeschreiblichen Panik ergriffen wurde, als sie sah, dass sich das Meer drei oder vier Kilometer weit zurück zog. Mag es Schicksal oder Vorsehung gewesen sein. Hatte sie doch gerade einen Tag zuvor ein Buch über Tsunamis ausgelesen und sah plötzlich mit ihren eigenen Augen, was in dem Buch beschrieben stand. Das war die Rettung für sie und ihren Mann. Sie schmissen sich auf ihr Moped, welches immer Startschwierigkeiten hatte, jedoch an genau diesem Tag sofort ansprang und fuhren, so schnell es ging irgendwo hin. In der Hoffnung, dem zu entkommen, was da von hinten auf sie zurollte. Sie schafften es, den Abstand zwischen sich und der Welle auf dreihundert Meter zu halten. Der Mann fuhr, soweit das ging, durch das zunehmende Chaos an Flüchtenden. Seine Frau beschrieb von hinten, wie sich die Welle mehr und mehr aufbaute und er doch bitte, bitte versuchen solle schneller zu fahren. Auf einer Anhöhe, neben einem Wasserfall, konnten sie sich rettend zurückziehen und blieben dort zwei ganze Tage lang ohne Essen. In der Angst, dass nach den drei Wellen noch weitere folgen könnten. Alles liegt so unfassbar nah beieinander. Das Wunderschöne und das Brutale. Das Raue und das Milde. Wir alle wissen zu keinem Zeitpunkt, was tatsächlich im nächsten Moment geschieht. Das macht mir keine Angst. Doch es lässt mich ehrfürchtig sein. Bei allem was ist. Es lehrt mich ganz automatisch, im JETZT zu sein.
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