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Die kleinen Dinge / The small things - Weltreise mit Ede und Sten
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Die kleinen Dinge / The small things

16.04.2015 Kasachstan / Aktau / N43°46’12.6“ E051°05’26.2“

 

Es tropft wieder. Vielleicht nenne ich es noch nicht „im Fluss“, doch Hoffnung strömt. Heute Morgen treffen alle Drei wieder aufeinander, um ihre Köpfe zusammen zu stecken. Als Janathan, Sten und Alpamys nach zwei Stunden mit entspannten Gesichtern vor die Tür treten, geht es auch mir gleich besser. Was nun? Janathan hat Flugtickets für heute Nacht gebucht, um mit einem Begleiter in die Türkei zu fliegen. Dort gibt es eine Verbindung für Janathan, über die er an Getriebeteile gelangen kann. Die Fotos sehen erst einmal vielversprechend aus. Was das am Ende heißt, wissen wir nicht. Doch es ist der einzig mögliche nächste Schritt, die Teile mit eigenen Augen zu sehen. Wir wollen gern mitfliegen. Doch es gibt nur noch zwei Tickets. Das sind dann für vier Personen einfach mal zwei zu wenig. So überlassen wir dem Fachmann das Feld und ziehen uns auf die Auswechselbank zurück. Am Sonntag plant Janathan zurück zu kommen. Doch da hier wirklich jeder ausschließlich im Augenblick lebt, ist das erst einmal nur ein wage Vermutung. „Im Augenblick leben.“ In unserer Welt ein hehres Ziel, hier die einzige Möglichkeit. Denn in jeder weiteren Sekunde kann alles schon wieder vollkommen verändert sein. Mir ist klar, dass das überall so ist, doch nehme ich hier den Gang der Dinge als wesentlich sprunghafter wahr und auf irgendeine Art unklarer. Verabredungen und Absprachen scheinen erst beim dritten nachdrücklichen darauf Eingehen verbindlich zu sein. Es steckt in der Kultur und im Wesen der Menschen. Das wird deutlich. Woher es rührt, kann ich schwerlich sagen. Vielleicht hat es mit der Größe des Landes, dem Ursprung als Nomaden, den Unwegbarkeiten und Hindernissen zu tun, die eine Sache, ein Thema, eine Person erst dann in das Zentrum der Aufmerksamkeit rücken, wenn sie DIREKT vor einem steht. Um uns trotz Auswechselbank im Training zu halten, nehmen wir uns des nächsten Themas an. Wir wollen schauen wie es geht, über Western Union unsere Handkasse ein klein wenig aufzufrischen. Bisher haben wir nur davon gehört, nun wollen wir dem Ganzen auf den Zahn fühlen. Und das sieht in Aktau wie folgt aus. An jeder noch so kleinen Bankfiliale findet sich das gelb-schwarze Schild mit dem Western Union Schriftzug. Also setzt uns Janathan an einem Einkaufszentrum ab und wir gehen mit Alpamys zur Bank. Wird nicht lange dauern. Zwei Personen sind vor uns an der Reihe. Na das geht doch. In dem kleinen Kassenhäuschen macht es auch einen zügigen Eindruck bis zu dem Moment, als die Dame auf der anderen Seite uns mitteilt, dass sie uns das Geld nur in der kasachischen Währung „Tenge“ auszahlen kann. Das ist ja aber mal so gar nicht das, was wir wollen. Dazu können wir ja, zumindest hier in Kasachstan, an den Automaten gehen. Hat sie eine Idee bei welcher Bank es klappen kann mit Dollar oder Euro? Nein, hat sie nicht. Uns bleibt nur der Versuch. Immer wieder betreten wir zuversichtlich eine Bankfiliale, warten ab, bis sich jemand zeigt, der sich fragen lässt. Hören dann, dass Western Union entweder momentan nicht funktioniert oder wenn, dass nur in „Tenge“ ausgezahlt wird. Wieso ist das so? Janathan erklärt es uns später. Am 26. April finden in Kasachstan Präsidentenwahlen statt. Und da keiner weiß was danach ist, hält jeder alles in den Taschen, was er nur halten kann. Und dazu gehört, dass keine Dollar oder Euro ausgezahlt werden. Bei der siebten Bank sind wir erfolgreich! Hier wird uns nur ein kleiner Restanteil in „Tenge“ ausgezahlt. Ein gutes Geschäft für die Bank immer noch, wie wir meinen. Schön, dann ist uns das Geld für unsere Butterbrote in Usbekistan gesichert. Denn dort gibt’s definitiv keine Geldautomaten. Wir fühlen uns, als hätten wir einen großen Sieg errungen. Genial, wie die kleinen Dinge, die wir normaler Weise so nebenher erledigen, hier zu einem glatten Endorphin Ausstoß führen.

Zurück geht’s mit Janathan zur Werkstatt, die zwanzig Kilometer außerhalb von Aktau liegt. Vorbei an dem Koskar-Ata See, der uns jedes Mal ein unwohles Gefühl in der Magengegend beschert. Die Rückstände des Uran Abbaus, Tailings genannt, werden in dem Schlammsee gehalten. Wohl eine weltweit übliche, jedoch genau so umstrittene Methode. Grundwasser gibt es hier nicht, wie uns Janathan versichert, in welches die Stoffe wandern könnten. Das Wasser der Stadt kommt aus Entsalzungsanlagen des Kaspischen Meeres und aus der Wolga. Hier ist es eher die Gefahr durch den Staub. Der See trocknet mehr und mehr aus und so werden die Partikel bei Sturm in die Stadt Aktau getragen.

Da bin ich geradezu froh, dass es Regen gab in den letzten Tagen.

 

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