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Der Tag trägt Rosa / The day is pink - Weltreise mit Ede und Sten
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Der Tag trägt Rosa / The day is pink

15.04.2015 Kasachstan / Aktau / N43°46’12.6“ E051°05’26.2“

 

Alles ist für uns gerade reduziert. Reduziert und fokussiert auf eine Frage. Und die lautet. Wie geht es weiter mit unserem Getriebe? Die Worte schweben im Raum, schwingen überall mit, doch mit den Antworten sieht es heute dürftig aus. Irgendwo ist da so ein Stopfen drin, der dazu führt, dass im Moment nichts fließt. Es ist mehr so ein zäher Brei, eine klebrige Masse, in der wir hüfthoch stehen und nur unter aufbringen all unserer Kraft vorwärts gelangen. Doch so wird das nichts. Das ist uns klar. Janathan läuft mit ernstem Gesicht über den Hof. Sprechen wir ihn an, heißt seine Antwort, ‚ich warte auf die Bilder vom Getriebe aus der Türkei’. Wir haben unsere Aktivitäten aus Deutschland erst einmal ruhen lassen, da ein Drehen an zu vielen Schrauben am Ende auch nichts bewirkt. Gestern Abend, in unserem stundenlangen Gespräch mit Janathan und Alpamys, unserem deutsch sprechenden Helfer, haben wir uns auf das Vorgehen verständigt, EINER Spur zu folgen. Bleibt offen, ob es die richtige Entscheidung ist. Heute, da sich alles so wattig anfühlt und eigenwillig still daher kommt, sind wir uns da nicht sicher.
Doch vielleicht, vielleicht ist es einfach ein neues Kapitel, welches wir aufschlagen? Die Überschrift in großen Lettern lautet „GEDULD“ und darunter steht „Manchmal geht es nur darum abzuwarten“. Auch wenn wir meinen, im Buch der Ruhe und Geduld schon eine ganze Weile herumzublättern, steht doch fest, darüber zu lesen ist etwas anderes, als es zu durchleben. Ich finde, unsere Reise wird immer spannender. Weil mir scheint, dass es genau um diese Lektionen geht, die uns das Leben gerade auf dem Silbertablett serviert. Im Machen und Agieren und Bewegen sind wir gut trainiert. Doch alles hat eine zweite Seite als Ausgleich und Balance. Und die hat jetzt Saison.
So gönne ich mir, das ganze Geratter in mir wahr zu nehmen und es als gute Erfahrung zu erleben.
Die Sonne scheint. Ich reiße alle Fester und Türen vom Leo auf. Durchzug in der Hütte. Der Regen der letzten Tage hat eine schwere Feuchte zurück gelassen. Wie herrlich, diese nun dem Wind zu übergeben. Und nebenbei bestimmt sehr amüsant für die Männer aus der Werkstatt. Zu sehen, wie ich zwischen den LKWs unsere Wäsche zum Trocknen aufhänge. Denn hier gibt’s ne Waschmaschine. Welcher Luxus!
Am Nachmittag macht sich in uns die Gewissheit breit, dass unsere reine Präsenz hier gerade keine Punkte und keine Lösung bringt, da einfach niemand hier ist, der davon Notiz nehmen könnte.
Also auf ins Abenteuer. Das scheint wenig spektakulär, doch für uns ist es die reine Freude. Außerhalb des Werkstatthofes stehen wir quasi sofort in der Wüste. Weit, weit vorn die Kuppeln eines Friedhofes, der aus der Ferne einer Stadt aus Palästen gleicht. Jedes Grab ist ein eigenes Schmuckstück. Und Heerscharen an Steinmetzen sind damit beschäftigt, die großen Tuffsteinblöcke zu bearbeiten. Auf dem Weg durch den Sand dorthin begegnen uns Kamele und Pferde. Es ist hier ein gängiges Bild, doch für mich immer wieder ein besonders schöner Anblick. Die Tiere vollkommen frei umherlaufen und springen zu sehen. Das ist für mich das „Kasachstan Gefühl“. Nach dem Friedhof nähern wir uns dem Dorf und können nur schmunzeln, über das politische Werbeplakat, welches so einzigartig platziert ist. Der Hintergrund des Plakates, vollkommene Urbanität. Im Kontrast dazu hier im Dorf der Sand, der durch die Gegend wirbelt und alle Entfaltungsmöglichkeiten hat. Ich muss mich nicht lange fragen, für welche Variante mein Herz gerade schlägt. Ich fühle mich wohl in dieser Kargheit.
Vertraute Töne hallen vom Sportplatz der Schule zu mir herüber. Das Rufen und Schreien der Jungs beim Fußball spielen klingt scheinbar überall auf der Welt gleich. Es freut mich und versetzt mich kurz in eine andere Zeit zurück. Genau so geht es mir, als ich die Mütter vor dem Kindergarten stehen sehe, um ihre Kinder abzuholen. Alltagshandlungen, die von viel Nähe erzählen, wenn ich die Mütter beobachte, wie sie mit ihren Kindern an der Hand davon ziehen.
Aus der Schule kommt eine rosa Wolke in den Sand gesprungen. Ob diese rosa Westen und Jacken die Schulkleidung der Mädchen sind? Wir nehmen es an. Kichernd und winkend rufen sie uns von hinten an und freuen sich, fest gehalten auf unserem Foto eine Reise nach Deutschland zu unternehmen.
Dieser Tag trägt Rosa. Er kommt ruhig daher und hat doch sein ganz eigenes Leuchten.

 

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Kommentare

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    Hallihallo aus Dresden,
    das ist ja spannend, Eure Berichte zu lesen…und ich bewundere wirklich eure Geduld und Ruhe, wirklich, aber was will man machen. Erfreulich zu lesen, wie viele Menschen Ihr trefft, die euch auch jetzt in dieser schwierigen Situation wieder so hilfsbereit unterstützen, es zumindest auf irgendeine Weise versuchen…haltet durch. Ich wünsche euch Erfolg bei der Suche nach einem Ersatzgetriebe.
    Bleibt gesund und optimistisch. Da gibt’s so ’nen schönen Spruch, den ich seit meiner Kindheit kenne, vielleicht kennt ihr diesen auch:
    „Wenn du einmal denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtstrahl her“
    Diesen Lichtstrahl zu entdecken und aufzufangen, wird euch sicher bald wieder gelingen…

    Wenn ich das richtig verstanden habe, müssen nun die nächsten Visa, die ihr für die nächsten Länder bereits habt, dann ggf. auch verlängert werden !?
    Bis bald mal wieder an dieser Stelle, KatrinWiefel


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