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Das Schaf auf Reisen / The sheep on the road - Weltreise mit Ede und Sten
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Das Schaf auf Reisen / The sheep on the road

25.07.2015 Dund Us / Mongolei / N48°07’39.0“ E091°22’44.9“

Nun fährt es mit uns. Das Schaf. Max und Elka haben den Schädel vorn am Leo mit Sten befestigt, nachdem sie ihre Namen darauf geschrieben haben. Leo wird jetzt nicht zum Schaf und ist auch kein Löwe im Schafspelz. Doch einen neuen Reisebegleiter zu haben finden wir gut. So kommt das Schaf gefühlt noch etwas rum, erlebt ne Menge und kann seinen Kumpels davon erzählen.
In die Berge soll es heute gehen. Die Frage ist nur, womit? Tileks Auto hat nach etlichen Fahrten als Zitterparty seinen Geist endgültig aufgegeben. Nun fährt er mit unserem Motorrad durchs Dorf und fragt an jedem Haus nach ob jemand Lust hat unsere ganze Truppe in die Berge zu fahren. Zum Laufen sei es zu weit, meint Tilek. Und so warten wir einfach ab.
Mit einem alten russischen „Uas“ kommt er zurück. Das Gefährt erinnert mich irgendwie an eine Bergziege. Das musste schon ne Menge mitmachen. Sehe ich ihm glatt an. „Okay, Platz nehmen!“, ruft Tilek seiner Familie zu. Und schon sitzen wir zu Siebent drin. Fünf Leute auf der Rücksitzbank, die gerade einmal für zwei Leute gedacht ist. Aber hier geht das irgendwie. Da rutschen eben alle ein Stück näher zusammen. Wir sitzen mehr auf- als neben-einander. Sten hat sich für die Luxusvariante entschieden und fährt mit unserem Motorrad. Nach nicht einmal einhundert gefahrenen Metern fällt das Glas einer Seitenscheibe vom „Uas“ ab. Macht nichts. So kommt wenigstens frische Luft herein. Huckel-buckel, rumps, Schlag, Krach. Die Fahrt hat etwas von einer Geisterbahn Aktion. Unangeschnallt, denn Gurte gibt es hier sowieso nicht, hüpfen wir permanent durch das Auto, als dieses versucht, über die steinige Piste irgendwie vorwärts zu kommen. Alle paar hundert Meter ist es so heiß, dass wir anhalten müssen, Wasser nachfüllen und den Motor abkühlen lassen. Sten springt während dessen im Motocross-Stil munter bergauf. Es ist ein riesen Spaß für ihn. Jurten stehen rechts und links unseres Weges. So dass wir immer wieder anhalten und uns Tee und Kumis trinkend durch die Jurten kämpfen. An einer ist großer Betrieb. Die Männer stehen und sitzen in der Gegend herum, während die Frauen jeweils zu dritt feuchte Rollen aus Schafwolle auf Bastmatten hin- und her-rollen, indem sie sich mit ihrem ganzen Körpergewicht darauf legen. Sie Filzen große Stücke, in der Höhe ihrer Jurten, um sie anschließend als wärmende Isolation um die Jurten zu binden. Zur Verköstigung aller stehen große Platten mit „Beschparmak“ bereit. Das gekochte Pferdefleisch mit den Teigplatten begegnet uns seit März, als wir nach Kasachstan einreisten, in irgendeiner Form fast täglich. Es sättigt auf einfache Weise eine Menge an Leuten. Und da hier jeder, wirklich jeder, der vorbei kommt, mit verköstigt wird, nehmen auch wir uns ein paar Happen von der Platte weg. Schon eine eigenwillige Vorstellung, wenn ich diese Situation auf Deutschland übertrage. Da kommen einfach acht wildfremde Leute vorbei, treten ohne zu fragen ein, setzen sich an den schon voll besetzten Tisch mit ran, langen einfach zu und verschwinden nach einer Viertel Stunde wieder…
Nach vielen gewollten und ungewollten Stopps landen wir auf einer einmalig schönen Hochebene, die sich seicht in alle Richtungen wölbt und den Blick ins Tal frei gibt. Ziegenherden, Schafherden, Pferde und Kamele bewegen sich wolkenartig dahin ziehend. Eine Szenerie, das mich einfach still sitzen und schauen lässt. Ab und an kommen Reiter auf ihren Pferden vorbei, steigen ab, bestaunen unser Motorrad, fahren ne Runde damit und verschwinden wieder. Es hat etwas von einem Improvisationsschauspiel, wie die Akteure hier kommen und gehen. Herrlich.
Tilek verschwindet mit einem Mann von hier oben für eine ganze Weile hinter der nächsten Bergkuppe und kommt irgendwann mit einem Murmeltier zurück. Das lebt dann nicht mehr. Sie haben es geschossen. Nun, was soll ich sagen. Ich mag diese Aktion nicht, doch ich bin mit hier und somit Teil des Ganzen. Als der Jäger das Tier gehäutet hat und die Innereien entnimmt, greift sich Esen, Tileks Frau, die zwei rohen kleinen Nieren und schluckt sie mit viel Wasser herunter. Das soll gesund sein für ihre Nieren, sagt sie. Das gleiche machen ein paar Männer mit anderen Innereien. Gleiches für Gleiches. Wie in der Homöopathie. Eben nur mit Fleisch statt Pflanzen. Hatte ich so auch noch nicht erlebt.
Die Fahrt bergab, nun mit dem Murmeltier an Bord, ist streckenweise wie eine Höllenfahrt. Manchmal rasen wir im Schuss bergab, dann wieder fliegen wir so durch das Auto, das unsere Köpfe schmerzend aneinander stoßen. Ich verkeile mich so gut es geht und überlege, wie ich mich zusammen kauern würde, kämen wir ins Kippen, oder würden wir die Kurve nicht rechtzeitig nehmen können. Mein Körper ist völlig verspannt, als wir wieder im Tal sind. Doch alles geht gut. Auch wenn es erst gar nicht danach aussah, dass wir überhaupt wieder vom Berg fahren könnten. Der Fahrer hatte seinen Schlüssel verloren. Unser danach Suchen erwies sich als erfolglos, doch zufällig passte von unserem Schlüsselbund ein kleiner Schlüssel zum Abschließen der Kisten am Leo in sein Zündschloss. Was für ein Zufall! Was für ein Trip!
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