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Begegnungen aller Art / Meetings of all kind - Weltreise mit Ede und Sten
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Begegnungen aller Art / Meetings of all kind

07.07.2015 Ayagöz / Kasachstan / N48°04’12.0“ E080°16’11.6“

Eier für alle gibt es am frühen Morgen. Keiner von uns Vier sagt „Nein“, als ich mit der riesen Portion von zwölf gebratenen Spiegeleiern mitten auf der Wiese stehe. Frischen Espresso dazu, Himmel blau gemalt, Sonne angeknipst, ein leichter Windhauch beigemischt, fröhliche Menschen zusammen. Hey, was will ich mehr vom Leben? Einer dieser seltenen magischen Momente in denen alles zueinander passt. Schön finde ich, dass wir es alle so empfinden. Na klar, Glück vermehrt sich, wenn wir es teilen können. Getragen von dieser lichten Stimmung starten wir in den Tag. Immer parallel zur chinesischen Grenze schleichen wir gen Norden. Ja, bevor wir nach China dürfen, stehen noch ein paar andere Aufgaben auf unserem Zettel. Wenn alles gut geht, sehen wir China Anfang September wieder, dann von der anderen Seite. Nun, wir werden es erleben…

Heute ist so ein Misch-Masch Tag. Ständig geschehen kleine feine Dinge, welche dem Tag eine schmackhafte Würze schenken. Da steht ein Mann wild winkend an der Straße und ruft: „Brat“ zu uns herüber. Mit „Bruder“ spricht man hier jeden an, wenn man dessen Hilfe und Unterstützung braucht. Also helfen wir. Mit seiner fliederfarbenen Kappe und dem dünnen Bart sieht der Mann einem Chinesen schon verdammt ähnlich. Wahrscheinlich sind wir China näher als gedacht. Er bringt ein super dünnes Metall-Seilchen von irgendwoher und knotet es am Leo fest. Ich gehe da mal lieber in Deckung. Denn wie soll dieser Bindfaden halten, wenn wir sein still stehendes Auto einen Berg hoch ziehen? Doch Wunder geschehen hier am laufenden Band und so schafft es Sten den alten Passat auf die Gerade zu schleppen. Männer kommen, die sich bis dahin versteckt gehalten hatten und schütteln uns dankbar die Hände.

Wenig später sitzt ein Polizeiposten bei uns im Leo. Auf freier Straße und vor allem vor Ortschaften gibt es hier Polizeikontrollen. Und da unser nächster Ort „Ayagöz“ ein riesiger Militärstützpunkt ist sind hier die Kontrollen umso schärfer, denken wir, während wir rechts an den Straßenrand gewunken werden. Ich hole wie immer die Pässe und Fahrzeugpapiere aus der Tasche und reiche sie Sten, als der Polizist auf uns zusteuert.

Doch die Papiere interessieren ihn nicht im Geringsten. Er will ans Lenkrad vom Leo und selber ne Runde fahren. Als er dabei war den Handbremse-Hebel abzuknicken, brechen wir das Abenteuer kurzer Hand ab und bieten ihm an auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen, um ein paar Runden zu drehen. Der Polizist ist begeistert, vor allem von all den Kleinigkeiten, die er so im Leo findet. Jeder Schraubenzieher weckt sein größtes Interesse. Am Ende schenken wir ihm ein rotes Base-Cap, welches ihm super steht. Sten hat dafür die Polizeimütze auf dem Kopf. Eigentlich ein absolutes No-Go! Nun, so viel passiert hier oben im Norden wohl nicht. Der aufregende Erlebnispark für aufstrebende Polizeibeamte scheint das Örtchen Ayagöz nicht zu sein. Und rund herum ist außer Nichts noch weniger.

In Ayagöz gehen wir auf Suche. Wir wollen Olga finden. Olga ist die Freundin von Olga. Haha. Als Kinder haben sie hier in der gleichen Straße gewohnt, waren Nachbarinnen. Die Eine ist hier geblieben. Die andere ist als Deutschstämmige vor Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland ausgewandert. Olga ist Friseurin und arbeitet bei meiner Freundin Kerstin im Geschäft. Im Dezember als wir gemeinsam beim Haare schneiden den Plan schmiedeten, dass es doch ne tolle Idee wäre, in den Heimatort von Olga zu fahren, waren es Lichtjahre, die für mich zwischen Gedanke und Tat lagen. Und heute sind wir hier. Fragen Leute nach dem Weg, klopfen an Metall-Tore, rütteln an Türen, schrecken vor aufgebrachten Hunden zurück und freuen uns, als Olga tatsächlich auf der Straße erscheint. Ob sie sich freut wissen wir nicht. Wir stehen auf der naturbelassenen Straße, zeigen Fotos von Olga aus Jena, fragen, wo sie gewohnt hat und sitzen bald darauf wieder im Leo. Nun, vielleicht kamen wir ihr gerade ungelegen. Für uns war es in jedem Fall wie ein kleiner Kreis, der sich geschlossen hat. Nun haben wir eine Vorstellung davon, wie das Leben für Olga aus Jena einst hier war, bevor sie vor Jahren weg gegangen ist, um in Deutschland ihr Glück zu finden. Ich glaube, zerrissene Seelen erzeugt eine solche Verpflanzung in eine andere Welt immer. Doch wenn ich Olga erlebe, hoffe ich, dass es ein guter Schritt für sie war. Die Frage ist immer, was wollen wir vom Leben? Das weite Land, die Steppe und ihre Wurzeln, die findet sie hier, etwas ganz anderes in Deutschland.

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