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Abschiedsparty für LEO bei Envotec in Phnom Penh
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Abschiedsparty für LEO bei Envotec in Phnom Penh

28.12.2015 Phom Penh / Kambodscha / N11°37’14.5“ E104°55’31.1“

Keine Sektkorken knallen. Kein Konfetti und großes Tam Tam. Eher leise nehmen wir Abschied von unserem Leo. Mit ner Schale voll aufgeschnittenem Obst. Er ist einfach „nur“ ein Fahrzeug. Doch für uns bedeutet Leo inzwischen viel mehr. Er ist derjenige, mit dem wir all unser Erleben geteilt haben, in den vergangenen dreihundertachtundsechzig Tagen. Ihm ist nichts zu erklären. Er kann mit uns schweigen und kennt doch alles. Auch das, was nicht in Worte zu formen geht. Was sich sperrt oder so zart anfühlt, dass selbst empfindsame Worte es beschädigen könnten. Leo ist Teil unseres Teams. Wir sind zusammen gewachsen. Irgendwo da draußen in der staubigen Steppe. Wann genau es war, kann ich nicht sagen. Es geschah langsam und allmählich. Grub sich ein, in unsere Gefühlswelt. Und wohnt dort stabil. Da bin ich sicher.
Was bitte ist es nur, was sich zu Hause um so Vieles anders anfühlt als unterwegs? Woher nehmen wir dieses Gefühl der Sicherheit, wenn wir uns im gewohnten Umfeld bewegen? Warum spüren wir mit jeder Faser unseres Wesens, dass es nicht so ist, sobald wir einen Fuß vor den anderen setzen und alle Trautheit hinter uns lassen? Ich rede nicht von Gefährlichkeit, die draußen auf uns lauert. Ich spreche davon, mit welcher Klarheit mir bewusst geworden ist, welch kleines Sandkorn im Wind wir sind. Mal gelitten, gut aufgehoben und behütet. Mal den Stürmen ausgesetzt, die wüten. In uns und um uns herum. Das ist zu Hause nicht wirklich anders. Denke ich. Wir meinen es nur zu glauben. Als Sandkorn bin ich gegangen. Als Sandkorn weht es mich nun allmählich heimwärts.
Unterwegs hat uns Leo beschützt, vorangebracht, ist durch enge, Menschen überfüllte Gassen, die voller niedriger Stromkabelbündel hingen, gefahren. Ich bahnte ihm den Weg und bedanke mich bei unserer ausziehbaren Malerrolle. Sie war spitzenmäßig gut geeignet, die Stromversorgung, Telekomunikation und was auch immer, einen Meter weit anzuheben, damit Leo darunter hindurch passt. Er hat sich Wege gesucht, wo es keine gibt. In den ausladenden und doch einladenden Weiten der Mongolei. In China hatte ich Angst um ihn. Zu dicht, zu eng, zu schnell, zu alles ging es mir dort vor. Nicht gerade der Ort für unseren gemütlichen Begleiter. Doch als ehemaliger Schneeschieber und Salzstreuer ist Leo kein verwöhnter Stubenhocker. Also hat er auch das mit uns durchgezogen. Später wurde es lieblicher für ihn. Auf eine Art sanfter. Die Gegensätze krachen hier nicht weniger aufeinander. Es scheppert und klirrt auch in Südostasien. Und doch strahlt die Gegend eine Milde aus, die mich ruhig hat werden lassen. Ohne Anfang und Startpunkt. Eher fließend hat es sich ergeben. Wie alles hier. Leo floss mit.
Der kleinen Pförtnerfamilie sind wir in den vergangenen Tagen näher gerückt. Hinter dem fest gemauerten Eingangsgebäude des Firmengeländes, auf dem Leo nun steht, haben sie sich einen Blechverschlag hingebogen. In dem leben die Drei. Geschlafen wird draußen. Verteilt auf dem Hof stellen sie nachts ihre Holzgestelle mit selbst konstruierter Moskitonetzhalterung auf. Zwischen den parkenden Autos finden sie allabendlich ihren Platz. Der Papa fährt seine kleine Tochter mit dem Hubwagen umher. Geradezu meisterlich schaffen sie es, nirgendwo an den feinen Lack der Karossen anzustoßen. Die junge Frau kocht in ihren Töpfen am Boden hockend. Oder schaukelt sich selbst in der Hängematte wo auch immer hin. Diesem friedlichen Leben haben wir einiges aus unserem Leo hinzugefügt. Alles was uns zu viel erschien, haben wir den drein geschenkt. Es war wie zu einer Einzugsparty. Also doch ne Party. Eben nur anders.
Dann geht alles schnell. Den Mietvertag für Leos neue Wohnung unterschreiben. Ein allerallerletztes Bild von Leo, Sten und mir aufnehmen. Den Schlüssel ins Schloss, um abzuschließen. Das Taxi kommt. Das Taxi beladen. Einsteigen. Tür zu. Abfahrt. Einen letzten Blick auf Leo werfen. Und ENDE. Eines unfassbar großen Abenteuers.
Oder ANFANG. In einem sind Sten und ich sicher. Das was vor uns liegt, ist nicht weniger spannend, aufwühlend, neu und überraschend. Auf unserem Weg. Bei unserer Heimkehr. Und danach.
Unser Motto lautet: „Die Reise geht weiter.“
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