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Wasserkuss / Water kiss - Weltreise mit Ede und Sten
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Wasserkuss / Water kiss

19.09.2015 Lijiang / China / N26°52’40.0“ E100°14’13.4“

Yin und Yang. Noch einmal, überall und immer wieder. Ich finde die Gebräuche im Land der aufgehenden Sonne mitunter befremdlich und abstoßend. Auf einer anderen Seite fühle ich mich hingegen maßlos angezogen und fasziniert. „Komm her, geh weg. Ich lieb dich, ich lieb dich nicht.“ möchte ich laut sagen. Mir fällt es schwer zu verstehen, doch ich muss akzeptieren, dass es Kultur ist, Tiere zu verspeisen, die an anderen Orten der Welt treue Gefährten der Menschen sind. Über China kursiert der Satz: „Die Chinesen essen alles was vier Beine hat und kein Stuhl ist.“ Doch warum um alles in der Welt müssen die Tiere dabei noch lebendig sein, oder wirklich direkt vor dem Verzehr auf die eigenwilligsten Arten getötet werden? Warum wird eine lebende Schildkröte auf einen Nagel gespießt, und dann nach unten gezogen, um so den Bauch aufzuschlitzen? Wann hört das Leben auf? Wann fängt der Tot an? Was ist mit der Schildkröte? Lilian, die Motorradfahrerin aus unserer Gruppe, hat genau das heute beobachtet. Und auch, wie spindeldürre kleine Hunde auf ihr Ableben warten, auf dem Markt hier in Lijiang. Besonders beliebt ist wohl der Bernhardiner. Als „Fleischhund“ wird er in China bezeichnet… Man erzählt sich die Geschichte, dass von einem lebenden Esel nacheinander Stücke abgeschnitten wurden, wenn der hungrige Gast sich für Eines entschieden hatte. Vom Fell befreit und mit kochender Brühe übergossen, wurde das ausgewählte Stück Fleisch vom lebendigen Esel entfernt und dem Gast serviert. Na guten Appetit. Ich bin kein Vegetarier. Doch ich merke, wie es mich hier mit meinen Stäbchen mehr und mehr zu den Gemüsetellern hinzieht. Da hilft mir die Aussage, die ich las: „Wie soll man von einem Volk, mit dem so brutal umgegangen wurde erwarten, dass es Mitleid mit den Tieren hat?“ auch nicht weiter. Das man bei einer Hungersnot alles isst was, was einem vor die Füße kommt ist mir klar. Doch warum auch zu anderen Zeiten und warum auf diese Art und Weise? Ich bin beobachtender Gast in diesem Land. Doch das will mir einfach nicht in den Kopf hinein.
Auf der für mich anderen Seite leben die Chinesen beim Zubereiten des Essens das Yin und Yang Prinzip als Philosophie. Sie sprechen den meisten Gemüse- und Obstsorten „Yin- Anteile“ zu. Was so viel bedeutet, dass diese das Weibliche, Weiche, Feuchte und Kühlende verkörpern. Der Philosophie nach sollte jedes Essen neben dem Yin auch Yang enthalten. Also Gebratenes und scharfes Essen, die männliche Seite ansprechend. „Die Ausgewogenheit und der Einklang von Beidem ist zu jeder Mahlzeit wichtig“, so die Philosophie. Dieser Feinsinn einerseits, diese Härte andererseits. Wo kommt das her? Wie lässt es sich miteinander vereinen?
Dann stehen sie satt vom Tisch auf, um rückwärts laufend ihrer Wege zu gehen. Das Phänomen beschäftigt mich nun schon so lange, wie wir in China sind. Inzwischen habe ich Antworten gefunden. Sie tun es, um Muskeln zu trainieren, die sonst vollkommen brach liegen, und um ihre Gehirne ganzheitlich zu animieren. Klingt für mich irgendwie schlüssig. Das möchte ich glatt auch mal ausprobieren. Ich mag die Idee.
Genau so mag ich die der Wassermaler. Die Spitzen ihrer großen Pinsel sind aus Schaumstoff, die mit Hilfe eines Infusionsschlauches mit Wasser gedrängt werden. Dem Tanzen gleich sind die Bewegungen, die sie beim Schreiben der alten Gedichte und Verse auf den Plätzen des Landes vollführen. Die flüchtige Vergänglichkeit ihrer Kunst macht mich still und stumm. Nichts ist für die Ewigkeit. Es geht ausschließlich um diesen einen kurzen Moment.
Gehört habe ich davon, dass die Maler im Winter Salz in ihr Wasser geben, so dass beim Gefrieren dessen glitzernde Kristalle die Schrift erhaben erscheinen lassen. Was für ein Augenschmaus! Mein Mund würde wohl vor Staunen offen stehen, wenn ich es mit meinen eigenen Augen sehen könnte. Doch so bleiben mir die Bilder meiner Phantasie.
China, auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, was nur die Nachdrücklichkeit meines Empfindens unterstreicht, ist für mich das Land aus Feuer und Wasser, ist Himmel und Hölle, Schwarz und Weiß. Ich werde hin und her geschleudert in meinen Empfindungen der Gegensätzlichkeit. Und gebe dieser, für mich grenzenlosen Fremde, doch einen Kuss, mitten auf den Mund. In dem Land das nicht „pro Kopf“ oder „Einwohner“ zählt, sondern „pro Münder“.
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