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Zeichensprache - voller Demut vor den Zeichnungen der Aborigines
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Zeichensprache – voller Demut vor den Zeichnungen der Aborigines

06.01.2015 Cooktown / Australien / S15°28’10.4“ E145°15’23.1“

Mitte in den Tiefen des Dschungels stehen wir. Fünf Menschen allein. Umgeben einzig von Bäumen des Regenwaldes. Wie wir hier her gelangt sind? Schwer zu sagen. Wasserläufe durchwatet, „Klammerfürchte“, mit denen sich Wäsche aufhängen lässt, gesehen. Gräser-Enden gegessen. Buschgras brannte und gab Rauchzeichen. Wie es früher die Aborigines taten, um sich einem anderen Clan gegenüber schon von weitem anzukündigen. Selbst nach tagelangem Regen entzündet es sich schnell und gewaltig, wie ein Feuerwerkskörper. Ach ja, Regen. Heute stehen wir im Trocknen, wo vor wenigen Tagen noch das Wasser strömte. Der friedlich plätschernde kleine Fluss war angeschwollen, wie eine dicke fette Qualle. Hoch über meinem Kopf sehe ich in den Baumkronen die verfangenen Äste traurig verquer hängen. Vor Tagen noch schwammen sie munter im Wasser herum. Nun klemmen sie da oben und fragen sich, wie sie es schaffen, ihre Zweige wieder auf den Boden zu setzen. Hm, das kann dauern.
Geduld. Geduld. Und Ausdauer. Die sind hier beide gefragt. Die Wege sind weit, die Wälder tief. Das Wasser mitunter hoch. Da ist es normal, für ein paar Tage bei Freunden im Busch zu bleiben, weil der Fluss gerade den Weg zum eigenen Haus abgeschnitten hat. Mut braucht es, dann der Erste zu sein, der versucht, ihn zu überwinden. Alltag in den Tropen Australiens. Ein Leben, fast wie zu Zeiten der Entdecker des Kontinents.
Allein ist man hier nie. Mitunter vielleicht einsam. Doch die Tausenden von Mücken, die gierig unser Blut saugen, sind überall zur Stelle. Ein ganzes Jahr waren wir von ihnen verschont. Nun zeigen sie uns, dass sie nur gnädig mit uns waren. Doch genug ist genug. Und nun ist Schluss mit Lustig. Jetzt ist ihre Zeit. Wir hatten die Unsrige. Scheinen sie zu meinen.
Die Blätter des „Eisenbaumes“ legen wir ins Feuer und lassen es ordentlich dampfen, um uns selbst im Rauch zu reinigen. Ganz nach den Bräuchen der Aborigines. Sie hüllen sich in Rauch, um alles Gewesene dem Wind zu übergeben und die Götter friedlich zu stimmen. Wir tun es ihnen gleich und steigen alle Fünf durch den Qualm. Wer weiß schon, welche Götter wie erzürnen, würden wir es unterlassen. Wollen wir doch einen heiligen Ort aufsuchen. Das braucht spezielle Vorkehrungen.
Kurze Zeit später stehen wir vor einem gewaltigen Steinmassiv, mitten im Wald. Allein, wie die Steine aufgestapelt und verwunden liegen, ist nah an einem Wunder. Mehr noch, was ich später sehe. Für die Augen von uns Weißen nicht bestimmt. Stehen wir voller Demut vor den Zeichnungen der Aborigines. Kein Wegweiser führt hierher, kein Reiseführer weist darauf hin. Wir sind an einem geheimen, heiligen Ort der Ureinwohner. Die Zeichnungen aus gemahlenem gelbem, weißem und rotem Stein lassen unsere Worte versiegen. Still stehen wir davor und träumen uns in die Mitte einer Aborigine Gruppe. Was hier abging oder auch heute noch geschieht, wenn sie sich in ihrem Clan hier treffen?
Dass wir hier sind, ist etwas sehr Spezielles. Wir verdanken es Robi und er verdankt es einem Aborigine Freund. Der erzählte ein wenig von diesem Ort und Robi fand ihn später, auf seinen Erkundungstrips. Nicht ohne sich zuvor dessen Erlaubnis einzuholen. Generell erzählen die Aborigines wenig über ihre Kultur. Es ist ihr ureigenes Wissen, welches uns Weiße einfach nichts angeht. Ob wir uns nun dafür interessieren oder nicht. Das ist egal. Geheimnis bleibt Geheimnis. Und irgendwie finde ich es gut wie es ist. Es zeigt mir, dass die Aborigines stolz sind, auch wenn es über sie heißt, sie haben wenig Selbstvertrauen. Worte wie „Würde“ und „Respekt“, aber auch „Traditionen seit Jahrtausenden“, gehen mir durch den Kopf. Hier in Australien leben sie nebeneinander. Manchmal miteinander. Die Menschen, die Kulturen, mit ihren so unterschiedlichen Erfahrungswelten. Wie die Holländerin und Robis Aborigine-Kollege. Wir besuchen sie nach unserem Lauf durch den Busch. Bevor die beiden ihre bunte Familie gründeten, haben die sich da alles über ihre Ahnengeschichten erzählt? Wie ein wissbegieriges Schulmädchen fühle ich mich. Würde gern pausenlos fragen. Und weiß doch, dass es hier lange braucht, bis sich Vertrauen aufbaut, welches die Zungen lockert. Ich nehme mich zurück und schaue einfach. Obwohl mir selbst das schon zu direkt erscheint. Eigenwillig, was es mit mir macht, wenn ich die Zurückhaltung des anderen spüre. Mir wird bewusst, wie direkt, fast entblößend unsere Art des aufeinander Zugehens mitunter ist. Und finde es Wunder-bar, vom Geheimnis der gezeichneten Sprache und den Kulten der Aborigines wenig zu wissen. Eine Magie geht von ihnen aus. Wenn nicht alles einfach zu entschlüsseln ist. Nicht jedes Detail bei Google nachzulesen geht. Wenn das Leben und die Menschen sich ihre Geheimnisse bewahren.
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