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Teppichrolle / Carpet rolls - Weltreise mit Ede und Sten
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Teppichrolle / Carpet rolls

22.10.2015 Paksong / Laos / N15°08’51.9“ E106°15’01.3“

Da liegt er da. Der neue Tag. Zusammengewickelt als Teppichrolle. Der erste Klecks Farbe zeigt sich. Ein Teil des Musters kommt zum Vorschein. Hellblau, dunstig gehalten ist es. Die Luft eines kleinen Sees steigt auf. Das Gras noch feucht vom Morgentau. Vielversprechend breiten sich die ersten Zentimeter vor mir aus. Ich bekomme Lust auf mehr. Rot und Hellgrün mischen sich als Farbtupfer unter. Ich schneide Tomaten, Knoblauch und frische Kräuter. Mische alles mit unserem leckeren Olivenöl aus Iran. Gebe Zitronensaft dazu. Baguette getoastet, und fertig sind unsere Frühstücks-Bruschettas. Der See vor unseren Augen, das Dorf mit seinen runkeligen Holzhäusern dahinter.
Der Tag kommt in Fahrt. Er ist selbst gespannt, was der Teppich als nächstes preisgibt. Wir finden uns wieder, Körbe haltend, die roten Kaffee-Kirschen erntend. Eine kleine Gruppe sind wir. Michael ist dabei. Zufällig kommt er aus Jena. Am „Markt 11“ wohnt er dort, einem Café mit eigener Rösterei im Zentrum der Stadt, und kennt das Geschäft mit dem Kaffee. Adrian und Isabell leben für acht Monate in Laos. Bei „Coffee Circle“ haben sie vorher gearbeitet. Einer Kaffee-Vertriebsfirma in Berlin. Nun wollen sie in einem Hilfsprojekt dazu beitragen, dass die Leute hier verstehen, was zu tun ist, um die Qualität ihrer Ernten zu steigern. Denn höhere Punktebewertungen beim abgelieferten Kaffee bedeutet mehr Geld in den Schatullen der Leute vor Ort. Über die „Jhai Coffee Farmer’s Cooperative“ sind zweitausendzweihundertfünfzig Familien in den umliegenden dreiundsechzig Dörfern miteinander verbunden. „Jhai“ ist Laotisch und bedeutet „Herz“. Neben dem Verständnis zur Erzielung besserer Preise durch die langsam steigende Kaffeebohnenqualität hat es die Cooperative, der Tyson aus den USA angehört, auch geschafft vor einer Woche eine neue Schule zu eröffnen. Schulen mit weniger als einhundert Kindern werden vom laotischen Staat nicht unterstützt. So ist es schwer, für Gemeinden mit weniger Kindern in einer erreichbaren Entfernung Schulen zu errichten. Fünfzig Kinder, in einem der nahen Dörfer, sind nun vor sieben Tagen zu Schulkindern geworden.
Das erfahren wir beim Pflücken der roten Kaffee-Kirschen. Und lernen, gemeinsam mit den Einheimischen, alle grünen Kirschen hängen zu lassen, um sie später zu ernten.
Bis Januar ist Erntezeit. Also genügend Gelegenheiten für rote Kirschen. Eineinhalb Stunden pflücken wir. Dann schüttet Jacky, der Mitarbeiter Tysons, unsere Ernte in eine große Schüssel mit Wasser. Schön sehen sie aus, die rot leuchtenden schwimmenden Kirschen. Doch leider geht hier das Problem los. Alles was schwimmt und nicht am Boden der Schüssel liegt, ist Abfall. Dann sind die innen liegenden Bohnen auf irgendeine Weise schlecht und können nicht weiter verarbeitet werden. Also schöpft Jacky gut zwei Drittel unserer mühsam geernteten Früchte aus dem Wasser, um sie auf den Kompost zu geben. Ein kleines Häufchen guter Früchte bleibt in der Schüssel zurück. Wie ernüchternd schon für mich. Wie sollen es dann die Einheimischen verstehen, dass sie erst nur rote Kirschen ernten sollen und dann trotzdem die Meisten davon nicht verwendet werden können? Anschließend werden Schalen und Bohnen in einer Apparatur mit manuellem Handbetrieb von einander getrennt. Trocknet man die Schalen, ergeben sie einen leckeren Tee. Denn tatsächlich schmecken sie ein wenig süß wie Kirschen.
Die nun frei liegenden Bohnen landen wieder im Wasser. Erneut kommt das Kontrollauge zum Einsatz. Alle oben schwimmenden dunklen oder anders komisch aussehenden Bohnen werden erneut aussortiert. Vierundzwanzig Stunden Wasserbad ist dann angesagt, bevor das wochenlange Bad in der Sonne auf dem Kaffee-Bohnen-Wellness-Programm steht. So lange können wir nun doch nicht warten. Verabschieden uns von den Männern und Frauen im Dorf und fahren zurück in die Stadt. Dort entrollt sich unser Teppich auf das Vorzüglichste. Düfte lässt er aufsteigen. Erst die nach frischem Brot, dann langsam schärfer werdend, bis es nach zwanzig Minuten langsamem Röstens nach Kaffee duftet. Über die Drehgeschwindigkeit der Rösttrommel und die Luftzufuhr kann Jacky die Temperatur in der Trommel regulieren. Zur Kontrolle zieht er immer wieder mit einem Testlöffel Bohnen aus der Trommel, um den Röstungsgrad zu überprüfen. Seine Nase hängt er dabei die ganze Zeit in den aufsteigenden Dunst. Der Geruch ist für ihn der entscheidende Gradmesser. Bis er beschließt die Bohnen auf ein großes Sieb zu geben, sie durch die Luft fliegen zu lassen, um die restlichen Silberhäutchen dem Wind zu übergeben. Dann darf der Kaffee ausdünstet. Eigentlich vierundzwanzig Stunden lang. Doch wir sind zu neugierig, wollen wissen, wie „unser“ Kaffee schmeckt. Köstlich, frisch, leicht, eine Fruchtnote kommt auf meiner Zunge zum Vorschein. Die Pingeligkeit des permanenten Aussortierens, selbst nach dem Rösten noch, hat sich gelohnt. Das ist ein Kaffee der Spitzenklasse!
Goldbraune Farbe, nach Kaffee duftend, trägt die nächste Wicklung unseres Tagesteppichs. Es läuft sich gut darauf. So beschließen wir noch ein wenig zu bleiben. Tyson bietet mir an seine Waschmaschine zu nutzen. Ich nehme gern an. Da das Waschen in den öffentlichen Wäschereien inzwischen bei einigen Leuten, die unseren Weg kreuzten, Ausschlag verursachte.
Kurz bevor es dunkel wird, beschließen wir wieder an den kleinen See mit dem Dorf zu fahren. Der Motor läuft warm, die Druckluft baut sich langsam auf. Sten legt den ersten gang ein und löst die Handbremse. Da kommt Tyson über die Straße gerannt, um zu fragen, ob wir nicht Lust hätten gemeinsam zu kochen. Teppich, was für Überraschungen birgst Du in deinem Inneren! Zu Sechst stehen wir in der genial einfachen Holzküche in Tysons Haus. Reden über Gott und die Welt, schneiden Tomaten für erneute Bruschettas, und Ananas. Die braten wir mit Zimt und Kokosnuss-Öl in der Pfanne. Kokosnuss-Öl, unsere Entdeckung des Tages. So unglaublich lecker und natürlich gesund. Tysons neues Projekt…
Unser Teppich liegt nun in seiner vollkommenen Pracht vor uns. Bunt ist er, von anziehenden Gerüchen umfangen und der Begegnung mit herrlichen Menschen. Den Abend und die halbe Nacht verbringen wir auf ihm. Alle zusammen, zwei Amerikaner, William und Tyson, und vier Deutsche, Isabell, Adrian, Sten und ich, sitzen wir auf dem Teppich dieses einzigartig bunten Tages.
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