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Neujahrsessen „Polo Sabzi and white fish“ / New Year dinner „Polo Sabzi and white fish“

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21.03.2015 Iran / Nur / N36°34’49.3“ E052°01’33.6“

 

Müde. Müde. Der Tag nach der Nacht. Wir lassen das neue Jahr langsam anrollen und schlafen erst einmal. Alles Neue braucht schließlich seine Zeit zum Gedeihen. Die wollen wir dem neuen Jahr gern geben.
Frei von Kopfschmerz sitzen wir später auf dem Boden zum Frühstück. Schön, so ohne Alkohol bleibt auch jeder Kater aus! Die Sonne lacht an diesem 1.1.1394. Der Name des ersten Monats ist Farwardin und bedeutet in etwa, alles ist gut, nichts wirklich schlecht. In Iran haben die nächsten 6 Monate 31 Tage, danach kommen 5 Monate mit 30 Tagen und der letzte Monat hat wie bei uns 28 oder 29 Tage. Wir finden es irgendwie lustig, laut unserer Zählweise im Mittelalter gelandet zu sein. Niemals zuvor hörte ich davon, dass es andere Zählarten als die unsrige gibt. Doch dafür bin ich ja unterwegs, um all das kennen zu lernen.
Bei 18 Grad und Sonnenschein machen wir uns auf in die Berge, die gleich hinter der Küste steil nach oben ragen und besuchen ein Schwefel-Thermalbad mit dem Namen „Lavitch“. Besuchen heißt in dem Fall, wir schauen uns geschlechtergetrennt die Becken an, in denen bei 60 Grad heißem Wasser geschwitzt wird. Ich muss allein gehen und schaue in vollkommen erstaunte Gesichter, als ich das Bad betrete. Ich wiederum schaue genau so erstaunt, als ich hier doch Frauen im Bikini sehe. Nach gut einem Monat in Iran habe ich mich wohl mehr als gedacht an diese permanente Verschleierung „gewöhnt“, was das Straßenbild anbelangt. Im Meer baden ist für Frauen normalerweise nur an speziellen Stellen und dann verhüllt erlaubt.
So scheinen sie hier in diesem geschlossenen Bad diese Form der Freiheit zu genießen.
Ist es die Bergluft, ist es der wenige Schlaf? Wir wissen es nicht. Doch auf der Rückfahrt sind wir alle hundemüde und freuen uns auf das Neujahrsessen, welches wir gleich zusammen kochen werden. Es ist eine spezielle Form der Reis Zubereitung mit vielen frischen Kräutern und gebratenem weißen Fisch aus dem Kaspischen Meer. Wieder lerne ich einige Kniffe kennen. Zum Beispiel, dass man hier das Fischfilet salzt und pfeffert, um es danach in Baumwolltücher für einige Stunden kühl zu stellen. So wird dem Fisch das Wasser entzogen und er nimmt die Aromen stärker auf. Das merken wir sofort, als wir den Fisch essen. Er hat eine Würze und ist schmackhaft wie selten ein Fisch zuvor. Ich finde es wunderbar, immer wieder kleine Ideen und Kniffe zu entdecken, die überaus großen Sinn ergeben.
Mehr denn am ganzen Tag sind nach dem Essen alle müde und jeder zieht sich ein wenig zurück. Nur Dr. Ali und ich sitzen zusammen und erzählen. So weiß ich nun auch mehr über die Bedeutungen der „7S“, die wir hier überall finden. Die Sieben Dinge mit dem ersten Buchstaben „S“ stehen für korrektes Arbeiten, Gesundheit und Liebe, Freundlichkeit und Ruhe, Stärke und Weisheit, Selbstbewusstsein, Akzeptanz dessen was ist und Frische im Tun.

 

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Kommentare

  • Happy New Year!
    Hm, ein wenig Kopfschmerzen am Neujahrsmorgen wären nicht so schlimm gewesen, denke ich.
    Dafür hätten wir sogar etwas Alkohol in Kauf genommen 😉
    Den Fisch eine Stunde vorher verpacken werden wir mal ausprobieren, allerdings eher in Küchenpapier.
    Viele Grüße in den Iran von
    Conny & Frank


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