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13.03.2015 Iran / Bejestan / N34°38’44.1“ E058°06’56.5“

„Passport, Passport“ ist heute unser Weckruf. Ein Polizist klopft an die Tür. Gestern Abend war es plötzlich stock dunkel und wir konnten einfach keinen geeigneten Platz mehr für die Nacht finden. So dachten wir uns, die Polizeistation freut sich sicherlich, wenn sie uns mit samt Leo beherbergen kann. Genau so war es auch. Sie passten super gut auf uns auf. Inzwischen haben sie sich dann wohl Informationen über uns eingeholt und wollen nun unsere Visaverlängerung sehen. Aber gerne doch!!!

Wir sind nun fit und wach. Sten checkt noch einmal die Gearbox und alle Schrauben drum herum und ab geht es in den neuen Tag. Quer durch riesengroße Wüstenebenen. Das sind Dimensionen an Gewaltigkeit, zu denen ich keine Worte habe. Im Leo hier hindurch zu gleiten hat etwas vollkommen Außerirdisches. Es könnte genau so der Mond sein, den wir hier durchstreifen. Heute begegnen uns weniger die Mondfahrzeuge als Kamele und schwer beladenen LKWs. Mit denen gemeinsam stellen wir uns nun an einer Tankstelle an, um wieder einmal Diesel zu ordern. Die Schlange ist noch erträglich lang. An anderen Orten stehen mitunter 50 – 100 LKWs und warten auf Diesel. In den Städten gibt es generell nur Benzin für die PKWs. Und so drängeln sich alle Dieselfahrzeuge an den wenigen Tankstellen außerhalb der Städte. 200 Liter bekommt hier in der Wüste jeder LKW zugeteilt. Uns als Ausländern gesteht der nette Tankwart sogar 400 Liter zu.Wieder frisch mit Diesel versorgt machen wir den nächsten Stopp in der Oase Nayband.

An den Hang gebaut, wie angeklebte Wespennester, sind hier die Lehmhütten. Wir kommen uns vor wie in einer verlassenen Filmkulisse. Doch dann hören wir Kindergeschrei und sind uns sicher dass hier das normale Leben einer ganzen Reihe von Menschen statt findet. Von den Kindern begleitet durchstreifen wir das Dorf und freuen uns über die Methode, mit denen die Tiere im Stall gehalten werden. Es wird einfach ein LKW Reifen vor den Eingang gerollt. So kommt Luft in den Stall und die Tiere sind sicher. Wir erinnern uns an die Untergrundstadt in Kappadokien. Dort rollte man stattdessen runde Steinplatten vor die Eingänge.Auf dem Hügel über den Häusern entdecken wir einen Leuchtturm. Auch hier scheint es Sandstürme zu geben. Bei denen der Leuchtturm mit seinem weithin sichtbaren Feuerschein lebenswichtig sein kann.Begleitet von lieben Anrufen unserer Freunde aus Rafsanjan, die sich Gedanken machen, ob mit unserem Leo nun auch wirklich alles wieder ok ist, erreichen wir Bejestan. Wir freuen uns über die Telefonate, denn wir haben wohl alle Sehnsucht nacheinander. Und so hilft das gemeinsame Lachen am Telefon.

In Bejestan angekommen ist es wieder einmal der Zufall, der uns zum Staunen bringt. Wir sind verabredet mit einem Onkel der Familie, die uns nun bereits seit über einer Woche in Mashhad erwartet. Ich kann nur schmunzeln während ich das schreibe. Denn wir sind hier geborgen in einem unglaublichen Netz. Als ob viele, viele Hände uns durch unsere Tage in Iran tragen und uns bitten, ihre Gäste zu sein. Die Informationen scheinen durch die Luft, das Wasser, die Erde und was weiß ich nicht noch alles zu gehen. Auf jeden Fall rasen sie mit Lichtgeschwindigkeit. Manchmal sind sie scheinbar schon vor uns da. Und so ist es auch heute. Wir halten kurz an um uns zu orientieren, da hält ein Fahrzeug neben uns und aus steigt genau der Mann mit dem wir verabredet sind. Wie kann das gehen? Wir wissen es nicht und lassen es einfach so geschehen.

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