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29.03.2015 Kasachstan / Kendirli / N42°03’31.3“ E052°27’10.8“

Es heult, es pfeift, es dröhnt, es braust, es tost, es wackelt, es schaukelt, es ist laut und angsteinflößend. Gestern Abend, wir haben uns gerade hingelegt, da geht er los. Ein mächtiger Sturm, der von Minute zu Minute stärker wird und eine Kraft entwickelt, die uns hier im Leo nicht zur Ruhe kommen lässt. Wir haben schon gehört, vom „langanhaltenden Sturm Buran“. Dass er uns nun überrascht, damit haben wir nicht gerechnet. Ohren zuhalten reicht nicht. Ich suche nach den Ohrstöpseln und hoffe, dass sie ein klein wenig helfen. Mit abgemildertem Dröhnen im Kopf versuche ich einzuschlafen und mich zu beruhigen in dem ich mir sage dass der Leo schwer genug ist und nicht umgehauen wird. So geht das die ganze Nacht. Am Morgen als es hell wird geht der Sturm einfach weiter. Der kalte Fallwind „Buran“ hat uns innerhalb kürzester Zeit einen Temperatursturz von plus 17 Grad zu minus 1 Grad beschert. Ohne Atempause behält er seine Stärke bei. Uns bleibt nichts übrig, als in unserem schwankenden „Leo-Schiff“ auszuharren. Was „langanhaltender Buran“ tatsächlich bedeutet, wissen wir nicht. Wir können nur warten. Und ich muss es schaffen, bei all dem innerlich ruhig zu bleiben und versuche mich zu entspannen. Sten unternimmt einen Versuch, den Leo noch etwas günstiger zur Windrichtung zu stellen. Beim Öffnen der Fahrertür reißt ihm der Sturm die Tür aus der Hand und schlägt sie komplett nach vorn. Mit ner Beule im Blech und einem gerissenen Türband sind wir noch einmal davon gekommen. Wir hoffen, das Band irgendwo schweißen lassen zu können. Die Schutzhülle vom Motorrad hat der Wind vollkommen zerfetzt. Mal sehen, was wir uns dafür nun einfallen lassen. Weitere Aktionen, nach draußen zu gehen, unternehmen wir nicht. So sind wir heute erstmals seit drei Monaten einfach im Leo und reden, lesen und schauen unseren ersten Film. Dafür war bisher nur wenig Zeit. Immer war etwas los, immer waren wir unterwegs. Vielleicht ist es genau das, was wir jetzt hier tun sollen. Uns auf uns selbst besinnen und die Gewalten um uns herum sich selbst überlassen. Wir sind alle ein Teil vom Ganzen. Am Ende gehört alles zusammen. Wir haben unsere Rolle in dem Spiel, doch es ist nicht die Hauptrolle. Um die geht es nicht, glaube ich. Sich selbst nicht so wichtig nehmen und annehmen was sich gerade ergibt. Auch wenn es fremd ist und einsam und unerforscht. Ich merke immer wieder wie schwer es für mich ist, draußen in der reinen Landschaft ohne andere Menschen das Ruder aus der Hand zu geben und mich dem anzuvertrauen was geschieht. Es passiert sowieso, ob mit Hand am Ruder oder ohne. Also ist es eigentlich Kraft sparender wenn ich mich einlasse. Nicht nur die Angst vor der unendlich scheinenden Weite und dem Gefühl, darin verschluckt zu werden oder sich darin zu verirren, dominieren zu lassen. Gleichzeitig das Schöne und Einmalige daran erkennen und es bewusst erleben, auch wenn es kalt oder stürmisch und befremdlich ist. Meine große Übung. Und hier im riesigen Kasachstan, dem neuntgrößten Land der Erde, ist ne Menge Platz zum üben.

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