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Die größte Gebetsmühle der Welt mit 22m in Shangri-la/ China
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Eine Runde weiter / A round further

25.09.2015 Dali / China / N25°41’52.7“ E100°09’17.4“

Die Schlinge fest in der Hand. Den Oberkörper leicht nach vorn gebeugt. Die Laufrichtung im Uhrzeigersinn. Los geht es. Ich drehe mit an der einundzwanzig Meter hohen Gebetsmühle auf dem Berg in dreitausendfünfhundert Metern Höhe in Shangri-la. Um sie überhaupt erst einmal in Bewegung zu bekommen sollen angeblich sechs Menschen ausreichend sein. Schwerstarbeit, wie ich meine. Denn jetzt hat die Mühle Schwung und wir drehen bestimmt zu Fünfzehnt und noch immer ist es kein Kinderspiel. Das Gurtband gräbt sich in meinen Handrücken ein. Ich lege mich weit nach vorn. „Es ist wie im richtigen Leben.“ zwitschert es mir durch die Gedanken. Mal gibt es Stellen beim Drehen, da läuft die Mühle leichtgängig und flüssig, dann wieder kommen Momente, in denen sie behäbig und schwergängig in Gang zu halten ist. Und ich, ich laufe und laufe. Runde für Runde. Keine einhundertacht Stück, doch eine ganze Menge sind es auch bei mir. Das gemeinsame Drehen mit den Leuten zusammen hat etwas Verbindendes. Viele halten ihre Gebetsketten in der Hand. Gedankenversunken, betend laufen sie vor mir, hinter mir, mit mir. Ich mag die Vorstellung, dass sich die Mühle den ganzen Tag unaufhörlich dreht, dass sich immerzu Menschen finden, die durch ihr Laufen die Gebete der Mühle in die Weite tragen. Ich löse meine Hand aus der Schlinge und überlasse sie dem nächsten.
In der Altstadt Shangri-las hat es vor einem Jahr gebrannt. Verheerend muss das gewesen sein. Besteht doch praktisch die gesamte Stadt aus Holz. Vom Boden bis zu den Dachstühlen. Selbst die Schindeln sind hölzern. Nächtliche Unvorsichtigkeit soll es gewesen sein, die das Feuer entfachte. Heute nun hämmert es an allen Ecken und Enden. Die neuen Häuser entstehen. Mit einer Kunstfertigkeit, die mich staunen lässt. Filigranste Verzierungen gepaart mit massiven Balken. Eine Balance im Bau, wohnlich und wunderschön. Viel scheint zerstört. Viel wird neu errichtet. Die Bauweise ist die alte. Gespart wird nicht. Einzig die Dächer sind nun erst aus Blech, bevor die Holzschindeln aufgelegt werden. Und Steine dazu. Offensichtlich eine praktische Lösung um die Schnee-Massen auf den Dächern zu halten und sie nicht ins Rutschen zu bringen. Die ganze Gegend trägt diese Dächer.
Wir kehren der Stadt den Rücken, wir sagen „Auf Wiedersehen“ zum Tibetischen Hochland und machen uns auf den Weg Richtung Süden. In „Dali“ kommen wir zum Halten. Dreihundert Kilometer weiter haben wir es geschafft. Erst schlängeln wir uns die Berge rauf und runter. Dann werden die Täler weiter, die Temperaturen steigen, der Regen hört auf. Reis wird wieder geerntet, Geschäftigkeit auf den Feldern. Es fühlt sich an als wären wir nahe des Meeresspiegels. Doch noch immer zeigt unser GPS-Gerät zweitausendfünfhundert Meter an. Die Landschaft erinnert ein wenig an die Toskana in Italien. Fast lieblich kommt sie daher. Doch dieser Eindruck ist augenblicklich verwischt, als wir die Verbindungsstraße verlassen, und uns ins städtische Normal-Getümmel stürzen müssen. Menschen über Menschen, Autos, Fahrzeuge, Gehupe, Geschupse, Gedrängel. Einen Platz für Leo zu finden wird zur Herausforderung, die wir irgendwann meistern, und einfach froh sind zu stehen. Mit einem kalten „Dali-Bier“ in der Stadt „Dali“ begießen wir den Abend und kühlen unsere erhitzten Gemüter. Bis vor zehn Jahren soll die Stadt ein stiller Geheimtipp für Backpacker gewesen sein. Das ist vergangene Vergangenheit. Der Tourismus hat nun Hand angelegt. Mal sehen, wie sich „Dali“ für mich morgen bei Lichte ansieht. Wieder einen Tag lang gelebt, wieder eine Runde gedreht, an der Mühle und überhaupt.
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