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Eigentlich / Actually - Weltreise mit Ede und Sten
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Eigentlich / Actually

26.07.2015 Dund Us / Mongolia / N48°07’39.0“ E091°22’44.9“

Hektik im Ort. Aufregung bei Esen und Tilek. Heute Abend ist Hochzeit und bis dahin gibt es noch ne Menge zu tun. Achthundert Leute werden erwartet. Und die begnügen sich alle nicht nur mit einem Bonbon zum Abendessen. Daneben die Frage, wie der Transport funktionieren kann. Tileks Auto ist kaputt, eine Reparatur nicht in Aussicht. In Khovd soll gefeiert werden. Das ist fünfunddreißig Kilometer Piste entfernt von hier. So richtig ist keinem klar, wie das funktionieren soll. Denn in der Nacht müssen alle auch wieder zurück.
Die Kinder warten darauf, dass wir am Nachmittag um drei Uhr wieder mit ihnen im Bergsee Schwimmen üben. Sie wollen es unbedingt lernen. Das Murmeltier will zubereitet werden, und obendrein ist heute der 15. Hochzeitstag von Tilek und Esen. Der soll auch nicht unter den Tisch fallen.
Zu viel steht an. Da trinken wir doch erst einmal ganz in Ruhe gemeinsam einen Salztee zum Frühstück.
Esen schnappt sich ein paar Messer, um irgendwo im Ort beim Kochen zu helfen, als Stens Blick auf die Schneiden der Messer fällt. Es sind weniger Schnitthilfen als Pressinstrumente.
Wie Esen damit überhaupt etwas schneiden kann, ist Sten rätselhaft. Also holt er seinen kleinen Dremel raus und bearbeitet damit die Messer. Das erste Ergebnis ist offensichtlich so überzeugend, dass immer mehr Leute kommen, um ihre Messer von Sten schleifen zu lassen. Wie sich hier immer alles rumspricht, ist uns schleierhaft. Doch irgendwie funktioniert der Buschfunk prächtig. Den ganzen Vormittag ist Sten mit dem Schleifen beschäftigt. Da Esen mit den Vorbereitungen zu tun hat, entschließe ich mich, für alle zu Mittag zu kochen. Ich weiß nicht für wie viele Leute ich koche. Ich weiß nur, dass es in jedem Fall Viele sind. Unter zwei Packungen Spagetti brauche ich gar nicht erst anzufangen, da es üblich ist, dass jeder dort isst wo er gerade vorbei kommt. Kinder aus der Nachbarschaft, die Verwandten, die immerzu auftauchen, die eigene Familie und wer noch so vorbei schneien könnte.
Unser Motorrad ist im Dauereinsatz unterwegs. Ist es ja momentan das einzige Fahrgestell welches auch fährt. Neben Leo natürlich. Doch der macht hier im Ort mehr Staub als alles andere.
Plötzlich fährt Tileks Vater mit unserem Motorrad auf dem Hof vor. Er kommt mit einer traurig, erleichternden Nachricht. Die Hochzeit wird verschoben. In der Nacht ist ein Verwandter der Braut verstorben und somit fällt das Feiern heute aus. Ich kann förmlich sehen, wie sich mit einem Mal die Bewegungen aller verlangsamen und die Gesichtszüge gleichzeitig lösen. Die Anspannung fällt ab, Ruhe zieht ein. Das Problem mit dem Transport ist für heute vom Tisch. Die Speisenzubereitung wird vertagt. Für die fünf geschlachteten Schafe müssen nun nur genügend Kühlschränke gefunden werden. Der 15. Hochzeitstag kann aufleben. Meinen großen Topf voller Spagetti, gebratener Würstchen und Soße verziere ich mit einem großen Herz für Esen und Tilek und nehme Wunderkerzen mit. Die sorgen für glücklich blitzende Augen bei allen, den Kindern, wie den Erwachsenen. So wird unser Nudelessen zum Festtagsschmaus. Und wie es nicht anders zu erwarten war, kommen auch heute immer mehr Leute zum Essen. Ich sage ja, zwei Packungen Spagetti sind hier gar nichts. Sten bugsiert die erste Fuhre Kinder für das Schwimmtraining zum See, bevor er den nächsten Schwung abholen will. Als er zurückkommt, sitzen die Kinder immer noch hinter ihm. Sie sind zurückgekommen, da der Sturm heute zu stark ist. Wir wollten es den Kindern zu Liebe versuchen. Doch es ist zu gefährlich und macht keinen Sinn. Um die enttäuschten Gesichter etwas aufzuhellen, schwenken wir um auf Trockentraining. Ein paar Hocker hingestellt, mit dem Bauch darauf gelegt und los geht es. Beinbewegung, Armbewegung, Atmung. Einzeln und dann miteinander koordiniert. Gar nicht so einfach, doch es wird. Auch die Eltern üben mit. Weiter geht es zur Verwandtschaft. Warum, erschließt sich uns nicht. Vielleicht, weil die Hochzeitsgäste nun einmal da sind, kommen wie aus heiterem Himmel dreißig, vierzig Leute zusammen. Die vertagte Braut ist auch dabei. „Beschparmak“ für alle.
Ein paar Happen genommen und schon geht es weiter. Ich soll ein Gruppenfoto machen. Tileks Bruder aus Kasachstan ist zu Besuch und Eljas reist in wenigen Minuten ab, um morgen seinen Job in Ulaan Bataar anzutreten. Sein Flieger geht erst in der Nacht, doch gerade ergab sich eine Mitfahrgelegenheit in die Stadt für ihn. Eile ist geboten. Das Sturmbild entsteht. Die Haare stehen zu Berge, die Augen sind vom Wind zugekniffen. Doch es ist eine einmalige Momentaufnahme. Nur heute sehen alle genau sooo aus. Nur heute finden sie sich alle zusammen. Unser Fotodrucker arbeitet auf Hochtouren. Für genau solche Augenblicke hatten wir ihn eingepackt. Eigentlich sollte heute Hochzeit sein. Ein gelungener Hochzeitstag für Esen und Tilek wurde daraus. Eigentlich wollten wir Schwimmen gehen. Ein Trockentraining ist es geworden. Eigentlich sollte gekocht werden. Dafür sind nun die Messer geschärft. Eigentlich sollte heute Hektik sein. Gesellige Entspannung hat sich eingestellt.
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