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Brief Nummer 13 / Letter number 13 - Weltreise mit Ede und Sten
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Brief Nummer 13 / Letter number 13

23.11.2015 Koh Kong / Kambodscha / N11°36’19.2“ E103°02’46.1“

 

Kambodscha. Du. Von Dir kannte ich ehrlich gesagt nicht mehr als Deinen Namen. Ich hätte nicht einmal genau sagen können, wo Du liegst. Das ist nicht Deine Schuld. Es ist meine Gedankenverlorenheit Dingen gegenüber, mit denen mich nichts direkt verbindet. Du warst ein Punkt auf der Liste unserer Reiseroute. Doch emotional hat sich bei mir nichts getan, wenn ich sagte: „Wir fahren dann irgendwann auch nach Kambodscha.“ Ich möchte Dich damit nicht beleidigen, ich sage nur, wie es für mich war. Wenn ich etwas mit Deinem Namen in Verbindung gebracht habe, dann waren es Regen, Sommerstürme, Moskitos und Armut. Nicht unbedingt DIE anziehende Mischung. Ach ja, dass Du nah bei Vietnam wohnen musst. Das dachte ich mir. Da ich Deinen Namen in Filmen über den Vietnamkrieg manchmal hörte.

Nicht viel an Erwartung also, was ich da mit mir führte, auf dem Weg zu Dir. Doch komplett weiß war mein Bild von Dir eben auch nicht. Ein paar matschgraue Kleckse saßen fett darauf.

Und dann kamst Du. Ich ging auch. Wir liefen aufeinander zu. Eine stolze Person, der Rücken ganz gerade. Deine braunen Augen weit geöffnet. Dein Blick ganz ruhig. Und Dein Gang! Dein Gang so ausgewogen, ohne Eile. Dein Gesicht, gezeichnet von Deinem Leben. Das macht es schön. Du bist nicht hübsch im Sinne aller Ebenmäßigkeit. Deine Schönheit sind die gelebten Jahre. Ich mag Menschen die mir etwas zu sagen haben, weil sie von selbst Erfahrenem sprechen. In Deiner Gegenwart werde ich ruhig. Ich kann mich zu Dir setzen und einfach hören, was Du von Dir gibst. Du bist ein Königreich, mit einem König. Norodom Sihamoni heißt er. Ein ehemaliger Ballett Tänzer. Du bist religiös gesehen eine bunte Mischung. Buddhistisch-Islamisch-Atheistisch. Ich mag die orange betuchten Mönche, wenn sie aus ihren Tempeln gelaufen kommen. Ich finde es schön, wie es Dir offensichtlich gut gelingt, die Religionen miteinander leben zu lassen.

Du bist der Sommer in meinen Augen. Von Wärme gedrängt in allen Himmelsrichtungen. Du tauchst Deine Hände in den Mekong. Du berührst mit Deinen Füßen das Meer. In Deinem Herzen trägst Du den Tonlé Sap. Den See, der zu atmen scheint, wenn ich mir bewusst mache, auf welche Größe er anschwillt in der Regenzeit. Den Monaten seines Einatmens. Und wie er sich ausatmend auf sein Ursprungsbett besinnt in den Wochen danach. Wasser scheint Dein Element zu sein. Und Kinder. Überall sehe ich sie umher springen. Sie haben Deine schönen Augen, Dein klares unverstelltes Lachen. Die Kinder sind wie ein großes Hoffen. Ich wünsche ihnen, dass sich die friedlichen Jahre fortsetzen. Dass sie helfen können, die Narben verheilen zu lassen, die Du trägst. Du bist gespickt mit Minen. Trägst schwer an Deinem Erbe. Noch lange nicht sind alle Minen entschärft. Noch immer fallen unglaublich viele Menschen dieser gemeinen Hinterhältigkeit zum Opfer. Ich sehe Dir die Trauer darüber an. Aber auch den Mut, Dich davon nicht unter kriegen zu lassen. Deine lange Geschichte ist wechselhaft. Von stolzer Blüte in den Hochzeiten von Angkor bis zur abgrundtiefen Hässlichkeit während des Bürgerkriegs in den Jahren der Roten Khmer. Alles hat seine Spuren in Deinem Wesen hinterlassen. Sie schenken Dir eine Weisheit, wie ich sie der Welt momentan wünsche.

Kambodscha. Dumm bin ich gekommen. Doch mit genügend Offenheit, um mich auf Dich einlassen zu können. Reich beschenkt gehe ich heute. Mein Schritt tut es Deiner beschwingten Gangart gleich. Danke für Dein Geschenk der Leichtigkeit, die durch Dein hartes Schicksal seinen eigentlichen Wert erfährt.
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