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Am seidenen Faden / Hanging by a Thread - Weltreise mit Ede und Sten
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Am seidenen Faden / Hanging by a Thread

04.07.2015 Grenze / Kasachstan/Kirgistan / N43°15’0.78“ E074°49’16.9“

Wer glaubt, dass wir in Deutschland komplizierte und langwierige Prozesse haben wenn es um Auslandslieferungen oder ähnliche, nicht alltägliche Vorgänge geht, der war möglicherweise noch nicht in Zentralasien. Mein eigenes Bild hat sich auf jeden Fall gewandelt. Ich bin mir sicher, dass ich auch in Zukunft Kompliziertes mit dem in Verbindung bringen werde, was ich hier erlebt habe. Es wird immer die Frage sein: „Ist es tatsächlich so wild, so schwierig wie wir meinen?“ Nur, weil uns die Vergleiche fehlen… Meine eigenen Relationen haben sich definitiv verschoben. Ein für alle mal und wohl unumkehrbar.
Unsere Aufgabe hieß: Dreihundert Kilometer zurück fahren, an die kasachisch-kirgisische Grenze nach Ak-Schol/Korday. Die erste Tour mit „Oli“ übrigens. Dort mit unglaublich vielen Urlaubswilligen mitten in der Nacht versuchen aus Kasachstan auszureisen. Doch nicht, um nach Kirgistan zu reisen, sondern innerhalb der Grenze umzukehren und nach Kasachstan zurück zu fahren. Dabei hatten wir auf diverse Papiere wichtige blaue Stempel und Unterschriften setzen zu lassen, um diese anschließend nach Almaty zurück zu bringen. Das alles während Ramadan ist, die Leute unleidig sind und die Hitze, die auch in der Nacht noch 34 Grad beträgt, träge und arbeitsunwillig macht.
Das war unsere Mission. Das war die Challenge.
Ich gebe gerne zu, dass es mir im Bauch rumorte, ich mir nicht vorstellen konnte, wie das funktionieren soll, wenn es doch sonst schon schwierig ist an den Grenzen klar zu kommen. Und dann noch mit so eigenwilligen Vorstellungen und Anforderungen.
Mit weichen Knien kamen wir nachts um 23.00Uhr an der Grenze an. Die Fahrt aus Almaty heraus war schon die erste Hürde. 1,5 Millionen Menschen schienen gleichzeitig die Stadt verlassen zu wollen, da ein verlängertes Wochenende anstand.
Zwei Stunden brauchten wir allein um die fünfzehn Kilometer aus der Stadt heraus zu kommen. Als das geschafft war, zuckelten wir in einer Dauerschlange Richtung Grenze.
So waren wir beide müde als wir endlich da waren. Wussten aber, das es nun erst los gehen würde. Was, das wussten wir nicht. Wir hatten eine Telefonnummer von einem Diensthabenden des Zolls. Doch ob der nun Lust haben würde uns mitten in der Nacht noch irgendwie zu helfen? Wir wählten seine Nummer. Der Mann namens „Erik“ ging ans Telefon sprach jedoch nur Russisch. Hm, das Gespräch war somit sehr schnell beendet. Und nun? Unser Handy klingelte und ein anderer Mann meldete sich. Er sei beauftragt uns zu helfen. Auch er sprach nur Russisch, doch es war ein Lichtblick für uns. Denn wir standen inzwischen, eingekeilt von haufenweise anderen Fahrzeugen, in der Megaschlange. Da gab es kein vor und zurück. Doch wir staken aus der Masse heraus. Der Mann vom Zoll erkannte unseren Leo von weitem und kam zu uns. Er wolle uns helfen, bestätigte er noch einmal. Yuliya, unsere gute Seele von MAN in Almaty, hielt sich die ganze Nacht zum Erklären und Dolmetschen bereit. Sie besprach mit dem Zoll-Menschen, dass wir das Getriebe vom Zoll an der Grenze begutachten lassen müssten, das Alte und das Neue. Diese Ausfuhr müsse dann bestätigt werden. Auch wir brauchten Ausreisestempel, da unser Visum abgelaufen war und mussten eine erneute Einreise genehmigt bekommen. Yuliya erklärte weiter, dass dieser Vorgang nur an dieser Grenze ginge, weil wir nur hier die Zollunion verlassen konnten, was wiederum für den wichtigen blauen Stempel entscheidend war. An der russischen Grenze ist das nicht möglich, da Russland zu dem Zusammenschluss gehört und die Mongolei hat keine derartige Zolleinrichtung. Der Mann war ein wenig stolz, als er all das hörte. Das wiederum war unser Vorteil. Denn er verstand, dass er wichtig für uns ist. Wir ließen ihn gern aus dieser Position heraus agieren, wenn er uns nur helfen konnte.
Irgendwie schaffte er es, dass alle Fahrzeuge zurück fuhren, um uns aus dem extremen Knäuel zu befreien. Denn wir mussten zu einem anderen Grenzübergang, nach Tschon-Kapka fahren. Er begleitete uns in Eskorte zum etwa 20km entfernten Übergang für LKWs und Reisebusse. Viele Leute rechts und links des Weges grüßten und buckelten vor ihm, während wir mit ihm unterwegs waren. Er muss ein „hohes Tier“ sein, schlossen wir daraus. Uns sollte es mehr als recht sein! Neue Grenze, andere Leute. Unser Mann übergab uns an einen Uniformierten. Und Yuliya erklärte per Telefon auch ihm den gesamten Vorgang. Denn Englisch sprach niemand. So hatten wir zeitweise eine Standleitung nach Almaty zu Yuliya, da immerzu neue Fragen und Probleme aufkamen. Doch auch dieser Uniformierte versprach uns zu helfen. Für uns begann mit ihm das große Rennen wie in einem Stationen-Park. Alles auf Tempo ausgerichtet, keine Stelle durfte ausgelassen werden. Um das Spiel zu erschweren, waren an allen Fenstern und Schaltern Leute eingesetzt, die erst einmal „NEIN“ sagten. Jede Station eine neue Hürde. Immer wieder hing für uns alles am seidenen Faden. So viele Leute mussten mitspielen in einem Spiel von dem sie nichts hatten. Da waren zwei Ausländer, mitten in der Nacht mit einem Getriebe. Na und, was ging es diese Leute an? Yuliya drohte abwechselnd, mit Beschwerden bei der Botschaft, mit Berichten, die wir angeblich über Kasachstan liefern würden, wenn uns nicht geholfen werden würde. Internationale Verwicklungen… Wir mussten schon lachen. Doch es half. Wir kamen voran.
Stempel auf einem Blatt sammelnd, den Leo checken lassend von der Grenzpolizei, vom Zoll und wer sonst noch wollte. Ausreisestempel in unsere Pässe mussten gedrückt werden und dann kam die große Frage, ob es klappen könnte, dass es uns erspart bliebe, erst nach Kirgistan einzureisen. Denn das würde heißen, dass niemand für uns einstehen könnte. Doch das Wunder geschah und unser Uniformierter schaffte es, dass wir vor dem letzten Schlagbaum wenden konnten und nun auf der Einreisespur standen. Wir waren fassungslos vor Freude! Quarantäne Untersuchung, denn wir kamen ja quasi aus Kirgistan, den Leo röntgen lassen, denn wir kamen ja quasi aus Kirgistan, die gleichen Checks am Leo mit Blick in, auf, unter den Leo, wie zwei Stunden zuvor und von den gleichen Leuten, denn wir kamen ja quasi aus Kirgistan. Wieder hatten wir unseren Stempelsammellaufzettel. Jedes Kästchen wollte ausgefüllt werden. Auch wir reisten ein, was Stempel in unseren Pässen bezeugten. Und dann? Dann war es 4.10Uhr am Morgen, die Sonne ging bereits auf und unser Uniformierter reichte uns die „Super-Wichtig- Zettel“, die unser Broker in Almaty benötigte. Ohne die wäre die ganze Aktion sinnlos gewesen. Wir konnten es nicht glauben, sahen uns fassungslos an und waren erleichtert und glücklich. Wir hatten es geschafft! Dankten von Herzen unseren Helfern an der Grenze für ihre VIP-Behandlung und vor allem Yuliya, die die ganze Zeit für und mit uns wach blieb. Wir waren uns nicht sicher, ob es ein Traum war oder Realität. Doch da wir beide das Gleiche geträumt zu haben schienen, entschieden wir uns dafür, dass es real war und schliefen um 5 Uhr auf einem Feld in Kasachstan ein. Dass die Vögel bereits sangen bemerkten wir nur noch von weitem.

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Kommentare

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    Liebe Klingermeyers,
    endlich, endlich, endlich: das Getriebe. Haben täglich mit Euch gehofft und gebangt.
    Nun treibt Ihr nicht mehr sondern werdet angetrieben -ohne Getriebene zu sein.
    Wir wünschen Euch weiter ein wunderbares Treiben!
    Liebe Grüße
    Uli&Susi


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